Interessengemeinschaft Lebendiges Seubersdorf

 

 

 

 

Folgende Sachverhalte sprechen nach unserer Meinung gegen die vorliegenden Planungen:

 

Die vorliegenden Verkehrszahlen, insbesondere die des reinen Durchgangsverkehrs, machen eine Umgehung nicht erforderlich. Dies haben sowohl das Straßenbauamt als auch der Herr Bürgermeister bestätigt. Eine Feuerwehrzufahrt für das Sägewerk Bächmann für den Fall einer unpassierbaren Bahnunterführung ist über die Industriestraße möglich, dort ist sogar ein Tor zum Betriebsgelände vorhanden.

 

Eine Umgehung würde verkehrsbedingte Belastungen wie Lärm, Luftverschmutzung und Unfallgefahren nicht verringern, sondern nur an andere Stelle verlagern. Da dort dann schneller gefahren werden kann als auf der Ortsdurchfahrt, werden diese Belastungen im Gegenteil erhöht. Dies betrifft nicht nur die Anwohner in der Eichenhofener Siedlung sondern vielmehr den gesamten Ortsrand an der jetzigen Staatsstraße. Die Flächen, die dort jetzt noch unbebaut sind, scheiden damit für die Zukunft hinsichtlich einer positiven Weiterentwicklung Seubersdorfs aus. Dies ist vor allem dann zu befürchten, wenn durch die Umgehung des Nadelöhrs Bahnbrücke dem Schwerverkehr die Möglichkeit gegeben wird, die Strecke Nürnberg – Regensburg ohne den Umweg über Freihausen ungehindert zu befahren, womit die B8 als Mautvermeidungs-Trasse erst richtig attraktiv wird. Die im Frühjahr beschlossene Anhebung der LKW-Maut wird schadstoffabhängig umgesetzt werden, mit der Folge, dass dann gerade die älteren LKW mit dem höchsten Ausstoß an Rußpartikeln auf mautfreie Routen ausweichen werden, wenn diese ohne Umwege möglich ist.

 

Dies wird auch Batzhausen und vor allem Daßwang massiv betreffen.

 

Die mittlerweile fast obligatorische Nutzung von Navigationsgeräten in den LKW wird den Fahrern mit Zielen wie Neumarkt, Parsberg, Beratzhausen und Hemau die mautfreie Alternative B8 anzeigen. Mit jedem Cent, um den die Kraftstoffkosten und die Mautgebühren steigen, werden LKW-Fahrer stärker gezwungen sein, solchen maut- und kilometeroptimier-ten Routenempfehlungen zu folgen. Man sieht dies daran, in welchem Umfang der Schwerverkehr mit Ziel Neumarkt die Ausfahrt Velburg nutzt.

Gleichzeitig hat die Nutzung der Navigationsgeräte aber auch dazu geführt, dass die Fahrer bereits vor Fahrtrantritt über das Nadelöhr Bahnbrücke und den damit verbundenen Umweg informiert sind und dadurch häufiger als früher auf der Autobahn bleiben, da sich bei den enorm gestiegenen Kraftstoffkosten kein Spediteur mehr Umwege leisten kann. Davon, dass

 täglich LKW in der Bahnbrücke „steckenbleiben“ kann keine Rede mehr sein. Auch eine übermäßige Belastung von Schnufenhofen durch umgeleiteten Schwerverkehr konnten wir nicht feststellen, sind aber gerne bereit diesen Sachverhalt mit Beteiligung von Vertretern der Schnufenhofener Bürger erneut zu prüfen.

 

Eine stärkere Frequentierung der jetzigen Staatsstraße (dann B8) wirft auch die Frage auf, wie die Krappenhofener Kreuzung und die bekannt unübersichtliche Einmündung der Velburger Straße dem erhöhten Verkehrsaufkommen aus Sicht der Verkehrssicherheit angepasst werden sollen. Auch die notwendig werdende Einmündung der Ortsdurchfahrt auf die Umgehung wird natürlich ein Gefahrenpotenzial darstellen.

 

Das Waldgebiet Bockslohe stellt in Verbindung mit den Pferdekoppeln des Anwesens Kirsch eine einmalig schöne, harmonische Ortsabrundung Seubersdorfs Richtung Eichenhofen dar. Dieser Bereich wird nicht umsonst von so vielen Spaziergängern, Joggern und Radfahrern als Naherholungsgebiet genutzt. Dieses Ensemble wäre bei der vorliegenden Planung unwiederbringlich zerstört. Den allseits bekannten, eindringlichen Worten des Leiters des zuständigen staatlichen Forstbetriebs („das Schlimmste, was man diesem Waldgebiet antun kann“) muß in diesem Zusammenhang nichts mehr hinzugefügt werden.

 

Der Durchgangsverkehr stellt für die Geschäfte in Seubersdorf eine wichtige wirtschaftliche Stütze dar. Bäcker, Metzger, Tankstelle, Apotheke, Schuhgeschäft, Haushaltswaren-geschäfte, Werkstätten, Friseure usw. zahlen Gewerbesteuern und decken den sogenannten täglichen Bedarf noch vollständig ab. Wie Sie sicher wissen, stellen im heutigen, harten wirtschaftlichen Umfeld Umsatzeinbußen von 15-50% einen herben Einschnitt dar, der im einen oder anderen Fall die Weiterführung oder die Betriebsnachfolge, zumindest aber Investitionen in Frage stellen wird.

Der Trend zu den größeren Geschäften in Zentren wie Neumarkt und Parsberg wird damit unterstützt. Vielleicht braucht man auch deswegen Umgehungen, damit man schneller dorthin gelangt, wo sich Discounter, Baumärkte und Einkaufszentren nebeneinander drängen, weil es vor Ort das gerade Benötigte nicht mehr gibt. Ob man diesen Trend und damit die Abhängigkeit vom Auto in Zeiten drastisch steigender Kosten für Mobilität und einer älter werdenden Bevölkerung fördern muss und soll bleibt dahingestellt. Dort wo Geschäfte anfangen zu schließen, schließen oft auch weitere, weil Einkäufe heute dort gemacht werden, wo man mehrere Erledigungen verbinden kann. Seubersdorf bezieht sein Potenzial als Standort eben aus der Tatsache, dass es am Weg liegt. Einen attraktiven Marktplatz oder ähnliches hat Seubersdorf nicht zu bieten, schließlich sind die meisten Geschäfte erst seit den dreißiger Jahren eben wegen und an der Bundesstraße angesiedelt worden. Seubersdorf in seiner heutigen Form würde es ohne die B8 gar nicht geben. Dass aber selbst ein attraktiver Marktplatz nicht für Belebung sorgen kann, wenn der Verkehr immer weiter vom Ort weggeführt wird, lässt sich zum Beispiel in Velburg gut beobachten.

Eine Verödung im Ort wird nicht von heute auf morgen eintreten, unweigerlich ist sie dennoch. In 10-20 Jahren muss man dann mit den Konsequenzen leben. Wer noch weiß, wie lebendig es in Seubersdorf zuging, als es noch größere Lebensmittelgeschäfte (EDEKA, NETTO) mitten im Ort gab, wird verstehen, was das bedeutet. In Deining geht man nicht umsonst den umgekehrten Weg und siedelt einen großen Markt in Fußgängerreichweite zu den anderen Geschäften im Ort an. Für welchen Einkaufsort sich die Mitbürger aus Batzhausen in Zukunft entscheiden werden, liegt unter diesen Umständen auf der Hand.

 

Ob schließlich eine Umwidmung von 2 km Bundesstraße zur Gemeindestraße auf Dauer für die Gemeinde und die Anlieger völlig kostenneutral sein kann und die Bundesbahn die Kosten für eine eines Tages unumgängliche Brückensanierung in vollem Umfang allein tragen wird, muss unsere Erachtens genau geprüft werden, da uns hier nur widersprüchliche Aussagen vorliegen.