Neumarkter Tagblatt vom 26,11,11

Ein Schritt in Richtung Umgehung

Verkehr Die B 8 wird nicht zur kommunalen Straße herabgestuft - Postbauer-Heng muss eine Umgehung nicht allein finanzieren.

Postbauer-Heng. Vor allem die Bewohner im Ortsteil Postbauer in der Marktgemeinde Postbauer-Heng haben unter einer sehr hohen Lärmbelastung zu leiden - wegen des Verkehrsaufkommens auf der B8. Und sie sind es, die von einer B 8-Umgehung am meisten profitieren würden. Schon seit mehr als 15 Jahren bemüht sich die Gemeinde um diese Möglichkeit. Und in der vergangenen Woche ist endlich Bewegung in die Sache gekommen, wie Bürgermeister Horst Kratzer in einem Schreiben mitteilte.

Denn bei einer Gesprächsrunde im Rathaus sei deutlich geworden, dass die B 8 aller Wahrscheinlichkeit nach eine Bundesstraße bleiben werde. Das heißt: Sie könnte demnächst in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden, die Marktgemeinde muss den Bau einer Umgehung nicht alleine schultern. Kratzer hatte MdL Albert Füracker, Baudirektor Josef Kreitinger sowie Baudirektor Josef Gilch vom Staatlichen Bauamt Regensburg um die Unterredung gebeten.

Denn es hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Ungewissheit darüber geherrscht, ob der Bund die B8 möglicherweise abstufen könnte. Der Markt Postbauer-Heng hätte alleine eine rein kommunale Umgehungsstraße dieser Größenordnung finanziell und auch planungstechnisch nicht stemmen können.

Doch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung habe dem Büro des Landtagsabgeordneten Albert Füracker zwischenzeitlich mitgeteilt, dass die Bundesstraße 8 zwischen Nürnberg und Neumarkt nicht für eine Abstufung vorgesehen ist, wie es hieß. Kreitinger sagte Kratzer zu, dass das Staatliche Bauamt Regensburg die Ortsumgehung von Postbauer-Heng bei der anstehenden Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes vorschlagen werde.

In der jüngsten Gesprächsrunde wurden auch die aktuellen Zahlen der Verkehrszählung ausgewertet (siehe Infokasten). Und in diesem Zusammenhang sprach Kratzer den Wunsch aus, den mittlerweile in die Jahre gekommenen Fahrbahnbelag innerorts mit einem sogenannten Flüsterasphalt zu erneuern. Dies sei ein erster wichtiger Schritt hin zur Entlastung der Bürger sagte er. Die Vertreter des Staatliche Bauamts stellten in Aussicht, dass tatsächlich in den nächsten Jahren ein "lärmarmer" Belag den alten ersetzen werde. Dies habe auch in anderen Orten schon zu einer spürbaren Lärmminderung geführt.

Kratzer und Füracker sprachen auch den schlechten Zustand der Neumarkter Straße im Bereich Alt-Heng an. Kreitinger und Gilch sagten zu, die dortige 90-Grad-Kurve überprüfen zu wollen.

Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts schauten sich zusammen mit Bürgermeister Horst Kratzer und MdL Albert Füracker (2. und 3. v.l.) den Zustand der Straßen in der Marktgemeinde an.

Verkehrszählung

Verkehrsaufkommen: Im Umkreis des Marktes Postbauer-Heng gibt es zwei Zählstellen, die im Zuge der 2010 bundesweiten Verkehrszählung erfasst worden sind: eine östlich von Postbauer in Richtung Pölling und eine südlich von Oberferrieden. An beiden Punkten ist ein zunehmendes Verkehrsaufkommen zu verzeichnen.

Ergebnisse: Bei Pölling wurden durchschnittlich 11100 Fahrzeuge am Tag mit einem Schwerverkehrsanteil von 8,4 Prozent gemessen. Bei Oberferrieden waren es rund 9600 Fahrzeuge am Tag mit einem Schwerverkehrsanteil von 8,1 Prozent.


Neumarkter Tagblatt vom 16,08,11

Leserbrief

"Ich bin nicht der Letzte, der verschwindet"

Zum Artikel über seine Geschäftsaufgabe hat sich Richard Stoll von der Bäckerei Stoll mit einem Schreiben an die Redaktion gewandt:

Fakt ist, dass während der dreijährigen Innenstadtstadtsanierung und der mindestens zehn Wochen nicht befahrbaren Innenstadt viele Kunden abgewandert sind und nur noch selten oder gar nicht zum Einkaufen in die Stadt kommen. Viele unserer älteren Kunden haben sich über die fehlende Straßenbreite beklagt und sind ängstlich beim Befahren der Innenstadt. Ob die Innenstadtgestaltung ein gelungenes Werk ist, darüber lässt sich streiten: optisch ein Leckerbissen, doch für Geschäftsbetreiber und für alle Anwohner ein Greul. Mangelnde Parkplätze in der Stadt und das vom Stadtrat befürwortete Ärztehaus mit den neuen attraktiven Verkaufsflächen sowie Parkplätzen lässt draußen vor der Stadt ein neues Zentrum entstehen. Die zunehmende Bequemlichkeit und der immer größere Zeitdruck lässt die Innenstadt ziemlich alt aussehen. Aber was für mich erschreckend ist: dass ein Betrieb, der jetzt in die vierte Generation geht, so wenig von der einheimischen Bevölkerung unterstützt wird. Außerdem möchte ich mich bei unserer zweiten Bürgermeisterin, Ilse Werner, für Ihre Anteilnahme an unserem Schicksal sowie das mir zugedachte Interesse bedanken. Ich habe gar nicht gedacht, dass ich mit meinem Geschäftsschluss so eine Aufmerksamkeit errege und gleich einen Zeitungsartikel bekomme. Ich bin mit Sicherheit nicht der Letzte, der aus der Innenstadt verschwindet. Die Sanierung ist ja noch nicht abgeschlossen.

Richard Stoll, Konditorei/Bäckerei Hauptstraße 28, Dietfurt

Neumarkter Tagblatt vom 10,08,11

Bäckerei Stoll schließt

GESCHÄFTE Am Dietfurter Marktplatz entsteht ein Leerstand.

DIETFURT. Die Bäckerei Stoll hat ihr Ladengeschäft am Dietfurter Marktplatz geschlossen. Seit gestern hängt ein Schild im Schaufenster mit einer Begründung: Wir schließen unser unrentables Ladengeschäft. Das neue Ärztehaus, die vielen anderen Bäckereifilialen und vor allem auch die neue Verkehrssituation haben uns jetzt zu diesem Schritt getrieben. Unsere Bäckereiproduktion geht weiter. Für Bestellungen aller Art sind wir in gewohnter Weise für Sie da. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis und Ihre Treue." Die Immobilie steht zur Vermietung. Stellvertretende Bürgermeisterin Ilse Werner macht diese Entwicklung Sorgen, sie befürchtet einen Leerstand an prominenter Stelle. (df)

Das Ladengeschäft Stoll schließt.

Neumarkter Tagblatt vom 28,10,10

Schnufenhofen schrumpft: Der Rathaus-Chef sorgt sich

 

VERSAMMLUNG Seit 2005 ist die Einwohnerzahl von 5110 auf 5005 gesunken. Auch die anscheinend unendliche Geschichte um die Ortsumgehung geht weiter. von Günter Treiber


SCHNUFENHOFEN. Für Bürgermeister Hans Bierschneider war es wohl die letzte ordentliche Bürgerversammlung seiner Amtszeit in Schnufenhofen. Sehr sachlich informierte er über die großen und kleinen Dinge, die Bürgerinnen und Bürger bewegen und interessieren. Der in Vermögens- und Verwaltungshaushalt zusammengefasste Zehn-Millionen-Haushalt interessierte ebenso, wie die Bau- und Umbaumaßnahmen an der Schule und an den Kindergärten.

"Leider nehmen unsere Einwohnerzahlen kontinuierlich ab", bedauerte Bierschneider, "was zur Folge hat, dass wir uns um den Erhalt unserer Schule, die immer noch aus Grund- und neu Mittelschule besteht, sorgen müssen". Eingegliedert in den größten Mittelschulverbund des Landkreises "Schulverbund Region Parsberg" könne man derzeit auf insgesamt 678 Schüler in 32 Klassen verweisen.

Die Einwohnerzahl sei von 5110 im Jahr 2005 auf aktuell 5005 abgesunken, teilte der Rathauschef mit. Die Gründe dafür lägen aber nicht an hoher Sterblichkeits- beziehungsweise niedriger Geburtenrate - bisher stehen in diesem Jahr 37 Geburten insgesamt 30 Sterbefälle gegenüber. Vielmehr sei das Abwandern von Senioren, die in die Altenheime einziehen, und der Wegzug von Auszubildenden und Studenten in Städte der Grund für den Rückgang.

Zum Thema Altenheim erklärte Bierschneider, dass die Firma Weidlich gut im Zeitplan liege und somit am 1.Mai 2011 einen "Tag der offenen Tür" im Lebenszentrum Seubersdorf anbiete und dann am 6. Mai eröffne.

"Man hat mir vorgeworfen, ich sei ein vom Ehrgeiz zerfressener Bürgermeister, der sich mit der Umgehung nur profilieren will. Und, wir hätten einen Gemeinderat, der von nichts eine Ahnung hat", nahm Hans Bierschneider das Thema Umgehung auf, "dabei kommt der Vorschlag der Umgehung von ganz oben und nicht von uns". Bereits 1992 habe sich die Oberste Baubehörde mit der Thematik befasst, der Gemeinderat nahm das Ansinnen in einem einstimmigen Beschluss auf. Das Bürgerbegehren, das am 14. November vollzogen werde, so Bierschneider, sei ein Akt der Demokratie und völlig korrekt.

Bierschneider verwies allerdings darauf, dass man den Text vor der Abstimmung sehr genau lesen sollte, der da lautet: "Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Seubersdorf alle rechtlichen Möglichkeiten gegen die geplante Ortsumgehung ausschöpft, sich insbesondere im Planfeststellungsverfahren gegen den Bau ausspricht und gegen einen Planfeststellungsbeschluss Klage erhebt". Wer also, so Bierschneider, für eine Umgehung sei, müsse "Nein" ankreuzen und wer gegen eine Umgehung müsse "Ja" ankreuzen.

Die Bürger von Schnufenhofen nahmen die Informationen gelassen und ohne Emotionen hin und stellten eine einzige Frage über die Konsequenzen, für den Fall, dass man mit "Ja" abstimme. Bierschneider sagte, dass es Gutachten gebe, die besagen, dass es erstens kaum erhöhten Verkehr geben werde und zweitens, dass Prognosen bestehen, dass die Umgehung im Jahr 2025 bestehe.

Das staatliche Bauamt werde voraussichtlich Mitte 2011 mit dem Planfeststellungsverfahren beginnen, bei dem die Gemeinde nur eine von etwa 35 Fachstellen sei, die befragt werde. Außerdem werden auch die Bürger einbezogen. Dann ziehe sich die Angelegenheit weiter hinaus und am 15.November 2011 sei das Bürgerbegehren, sofern es überhaupt im Sinne von "Lebendiges Seubersdorf" ausgehe, hinfällig. Weitere Infos gab es zu den Themen Bebauungspläne, Fotovoltaikanlagen, Windkraftanlagen und Gestaltung der Ortsmitte.

Die Annahme von Herrn BM Bierschneider, der Bürgerentscheid sei spätestens am 15.11.2011 „hinfällig“ ,ist rechtsfehlerhaft, die Formulierung missverständlich. Art. 18a GO lautet:

Bürgerbegehren und Bürgerentscheid(…)

(13) 1 Der Bürgerentscheid hat die Wirkung eines Beschlusses des Gemeinderats. 2 Der Bürgerentscheid kann innerhalb eines Jahres nur durch einen neuen Bürgerentscheid abgeändert werden, es sei denn, dass sich die dem Bürgerentscheid zugrunde liegende Sach- oder Rechtslage wesentlich geändert hat. 

(…)“Das bedeutet, dass der Bürgerentscheid nicht von selbst „hinfällig“ wird, sondern erst ein entsprechender Aufhebungsbeschluss der Gemeinde gefasst werden muss. Geschieht dies nicht, gilt der Entscheid natürlich weiter. Die Bindungswirkung hat also zur Folge, dass die Gemeinde sich nicht vor Ablauf eines Jahres gegen den Entscheid stellen kann.

Hemau alles zum Thema Ortsbelebung :Mehr

Neumarkter Tagblatt vom 05.08.10

Innenstädte lebendig erhalten

Kabinett Wirtschaft kritisiert Entscheidung zum Landesentwicklungsprogramm

München. Die bayerische Wirtschaft hat keinerlei Verständnis für den Beschluss der Staatsregierung, das von Wirtschaftsminister Martin Zeil vorgelegte Eckpunktepapier zum Landesentwicklungsprogramm (LEP) erneut grundsätzlich zu überarbeiten. In einem Brief an Zeil fordern die bayerischen IHKs, die Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern sowie der Handelsverband Bayern Regelungen, die einen Wildwuchs von Einzelhandelsgroßprojekten auf der grünen Wiese verhindern. Andernfalls drohten amerikanische Verhältnisse mit riesigen Einkaufszentren außerhalb der Innenstädte und Ortskerne. Dabei würden die wohnortnahe Versorgung der Verbraucher sowie der mittelständische, inhabergeführte Einzelhandel auf der Strecke bleiben. Ziel müsse es sein, "die Attraktivität und Lebendigkeit der Innenstädte und Ortskerne zu erhalten", heißt es in dem von den Präsidenten und Hauptgeschäftsführern unterschriebenen Brief.

Neumarkter Tagblatt vom 30.03.10

Ampel für mehr Sicherheit

Verkehr Die Ortsdurchfahrt in Berg wird täglich von 9500 Fahrzeugen genutzt - davon sind 450 Lastwagen.

BERG. Die Ortsdurchfahrt wird laut Bürgermeister Helmut Himmler täglich von rund 9500 Fahrzeugen genutzt. Dabei liegt der Anteil des Schwerlastverkehrs bei 450 Fahrzeugen. Für Kinder und ältere Menschen ist das Überqueren der Staatsstraße mit erheblichen Gefahren verbunden.
Vor diesem Hintergrund traf sich Himmler jetzt mit Vertretern des Straßenbauamtes, des Landratsamtes sowie der Polizeiinspektion Neumarkt in Höhe der Raiffeisenbank in Berg zur Begutachtung der Situation.

Konsequentes Handeln gefragt

Jörg Degenkolb, stellvertretender Leiter der PI Neumarkt, Erwin März und Christian Mader vom Landratsamt Neumarkt sowie Stefan Leikam vom Straßenbauamt Regensburg waren sich mit dem Bürgermeister und Bernhard Birgmeier vom Bauamt der Gemeinde einig, keine mobile und damit vorläufige Lichtzeichenanlage zu errichten, sondern wegen der hohen Verkehrsbelastung an der Staatsstraße konsequent zu handeln.

Daher wird bis zur Sommerpause auf Höhe der Raiffeisenbank eine fest installierte Druckknopf- und damit eine Bedarfsampel errichtet. Mit dieser Entscheidung wird eine Initiative von SPD-Gemeinderat Norbert Nießlbeck - selbst Polizeibeamter - umgesetzt.

Dieser hatte wiederholt argumentiert, dass zwar an der Schule, der Zufahrt zum Sophie-Scholl-Platz sowie der Apotheke und dem Kindergarten sichere Querungshilfen vorhanden seien - nicht aber im südlichen Bereich von Berg. Gerade dort habe sich Gewerbe und Handel entwickelt. Auch der Jugendtreff sowie die Bushaltestelle machten eine Ampel nötig.

Himmler ist froh, dass mit der Entscheidung die Verkehrssicherheit für Kinder und ältere Menschen wesentlich verbessert werden kann. Abgesehen davon könne die Verkehrsbelastung erst durch die anstehende Ortsumgehung von Berg reduziert und als Folge die Sicherheit an der Berger Hauptstraße weiter verbessert werden.

Die Umfahrung des Ortes werde etwa zwei Drittel des Durchgangsverkehrs aus dem Ort leiten. Trotzdem werde Berg zu keinem toten Ort, da der Ziel- und Quellverkehr noch immer bei mehr als 3000 Fahrzeugen pro Tag liegen werde.

Gute Chancen für Umgehung

Derzeit läuft das staatliche Verfahren für die Aufnahme von Straßenbaumaßnahmen. Himmler geht fest davon aus, dass die Ortsumfahrung Berg wegen der hohen Belastung und einem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis in die erste Dringlichkeitsstufe kommen wird. Er rechnet deshalb mit der Umsetzung innerhalb von zehn Jahren. Er werde die Realisierung der Umgehung weiter vorantreiben, weil es dazu keine verantwortbare Alternative gebe, betonte

Eine Druckknopfampel ist im Süden von Berg geplant. Foto: Stepper

Neumarkter Tagblatt vom 21.04.2009

Geduldsspiel: Megastau auf der A3

Massenkarambolage Eine Lkw-Panne in der Baustelle ist der Auftakt einer Serie von Vorfällen. Zuerst übersieht ein Auto-, dann ein Lkw-Fahrer das Stauende.

Landkreis. Viel Geduld brauchten die Autofahrer, die gestern Nacht beziehungsweise in den Morgenstunden auf der Autobahn in Richtung Nürnberg unterwegs waren. Denn eine Unfallserie legte den Verkehr stundenlang lahm. Begonnen hatte alles mit der Reifenpanne eines Lkw in der Baustelle auf der A 3 zwischen Parsberg und Velburg. Hier kam es gegen 2 Uhr in Fahrtrichtung Nürnberg zu erheblichen Verkehrsstauungen. Der Pannen-Lkw und ein dahinter stehender Schwertransporter blockierten die baustellenbedingt beengte Fahrbahn.

Wie die Autobahnpolizei Parsberg gestern mitteilte, dauerte die Reparatur des Brummis vor Ort bis 4.30 Uhr. "Der Pannendienst musste entgegen der Fahrtrichtung herangeführt werden", erklärte Dienststellenleiter Jakob Wittmann. Der zehn Kilometer lange Rückstau ging über die Anschlussstelle Parsberg hinaus zurück.

Danach ging es Schlag auf Schlag: Um 5.10 Uhr bemerkte ein 31-jähriger Autofahrer das Stauende auf Höhe des Parkplatzes Degerndorf zu spät. Er war, wie Polizeihauptkommissar Wittmann mitteilte, zu schnell unterwegs, konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr zwischen der Mittelleitplanke und einem auf der linken Fahrspur ausrollenden Sattelzug durch. Bei diesem Manöver verlor er die Kontrolle über sein Auto, prallte gegen die Mittelschutzplanke und gegen die linke Seite der Zugmaschine.

Bei diesem Aufprall schob der Mercedes die Zugmaschine gegen einen auf der rechten Fahrspur stehenden Lkw mit Anhänger. Der Mercedes schleuderte weiter und stieß gegen den Staukasten eines ebenfalls auf der rechten Fahrspur davor stehenden Sattelzugaufliegers. Nach diesem Aufprall kam der Mercedes schließlich zum Stillstand. Der 31-jährige Pkw-Fahrer aus dem Raum Deggendorf wurde leicht verletzt. "Beide Fahrspuren waren durch den Verkehrsunfall blockiert", so die Polizei. Die Bergungsarbeiten allein an dieser Unfallstelle dauerten bis 9.30 Uhr.

Währenddessen kam es zu einem weiteren Auffahrunfall, diesmal zwischen zwei Brummis. Um exakt 6.17Uhr bemerkte der Fahrer eines Silozuges das Stauende des vier Kilometer km langen Rückstaus zwischen Beratzhausen und Parsberg zu spät und fuhr auf einen vor ihm anhaltenden ungarischen Sattelzug auf. Der 37-jährige Silozug-Fahrer aus dem Raum Schwandorf konnte noch nach links ausweichen und prallte dann mit dem rechten Teil des Führerhauses gegen die linke Heckseite des Sattelzugaufliegers. Der Silozug, der mit 20 Tonnen Zement beladen war, kam schließlich quer zur Fahrbahn zum Stillstand und blockierte beide Fahrspuren. Bei dem Aufprall wurde das Führerhaus abgerissen. Der Silozug-Fahrer wurde jedoch nur leicht verletzt. Er musste mit Schnittwunden in eine Regensburger Klinik eingeliefert werden. Der Gesamtschaden wird auf zirka 150000 Euro geschätzt. Die Bergungsarbeiten dauerten bis 11.30Uhr an.

An der Anschlussstelle Beratzhausen wurde durch die Autobahnmeisterei Pollenried der Verkehr ausgeleitet. Die Radiosender warnten bereits vor dem Mega-Stau und wiesen auf die Umleitungsstrecken ab Nittendorf hin. Pech hatten die zwischen der Anschlussstelle Beratzhausen und der Unfallstelle stehenden Auto- und Lkw-Fahrer. Sie mussten sich bis 9.45 Uhr im Stau gedulden

Der Parsberger Feuerwehr-Kommandant Markus Pflüger war mit Kräften aus Parsberg, Pfraundorf und Beratzhausen von Anfang an an der Unfallstelle. Das Tagblatt erwischte gestern Vormittag Kreisbrandinspektor Baierl an der Unfallstelle. Dieser war nachalarmiert worden, um zu prüfen, ob ausgelaufenes Öl oder Diesel der Umwelt schaden. Die Feuerwehren aus Parsberg, Pfraundorf und Beratzhausen hatten Öl und Diesel auf der Straße gebunden. "Ins Erdreich ist zu keiner Zeit etwas eingedrungen, sodass keine Aushubarbeiten notwendig waren", sagte Baierl.

Bei diesem Unfall auf der A 3 zwischen Beratzhausen und Velburg wurde das Führerhaus eines Lasters abgerissen. Foto: Neu

Neumarkter Tagblatt 18.04.2009

Brummi-Lärm: Ansichten der Pöllinger klaffen auseinander

Verkehr Während ein Teil der Bevölkerung neue Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung fordert, ist die andere Hälfte mit der aktuellen Situation zufrieden. von Thorsten Drenkard

Neumarkt. Die Anwohner der Pöllinger Hauptstraße kommen weiter nicht zur Ruhe - der Grund: der andauernde Lastwagen-Verkehr aus dem Gewerbegebiet "Am Grünberg". Trotz der vor sechs Jahren fertiggestellten Ortsumgehung ist für Jürgen Faltenbacher die aktuelle Verkehrssituation im Ort nicht akzeptabel. Er wohnt seit 36 Jahren an der Pöllinger Hauptstraße - und ist aufgebracht.

"Seit der Umgehung ist der Verkehr zwar weniger geworden, aber dafür fahren die Laster jetzt viel schneller als früher durch den Ort. Manchmal mit bis zu 100 Stundenkilometern. Das ist gefährlich", sagt der Vater einer zweijährigen Tochter.

Auf der anderen Seite der Hauptstraße, praktisch gegenüber, wohnt Eberhard Schober. Er will nicht klagen. "Wenn man überlegt, dass vor der Umgehung rund 17000 Autos hier täglich durchgefahren sind und jetzt rund 6000, dann ist das schon eine spürbare Verbesserung", sagt der 69-Jährige, der seit 20Jahren an der Pöllinger Hauptstraße wohnt.

Nachteil für die Geschäfte?

Nur zwei von vielen gegensätzlichen Meinungen in dem Neumarkter Ortsteil. Der Pöllinger Stadtrat Ernst Bauer (UPW) bringt die Situation auf den Punkt: "Es ist weiterhin ein schwieriges Thema." Zum einen soll der Schwerlastverkehr durch den Ort weiter reduziert werden, zum anderen dürften Geschäfte im Ortskern, die auf den Verkehr angewiesen sind, nicht darunter leiden.

Eine Anwohnerin der Hauptstraße: "Die Lastwagenfahrer müssen schließlich auch mal essen. Und der Bäcker oder Metzger hat dann auch etwas davon", findet die Frau, die seit 48 Jahren an der Hauptstraße lebt. Sie ist zufrieden. "Früher, vor der Ortsumgehung, bin ich mit meinem Auto kaum aus meiner Ausfahrt gekommen - so groß war der Verkehr", erinnert sie sich.

Für einen 62-jährigen Anwohner ist dies kein Argument. "Trotzdem ist von früh bis spät hier Verkehr", sagt er, während der 69-jährige Eberhard Schober zu wissen glaubt, warum: "Viele Laster, die von der B299 kommen, nutzen nicht die Umgehung, weil ihr Navigationsgerät sie durch die Ortschaft lotst."

Was also tun, um die Laster, die eigentlich ins Gewerbegebiet "Am Grünberg" wollen, um den Ort zu führen?

Jürgen Faltenbacher: "Eine Möglichkeit wäre vielleicht, ein Linksabbiege-Verbot für Laster, die aus der Straße ,Am Grünberg' kommen, einzurichten." Ein Vorschlag, an dessen Umsetzung Stadtrat Ernst Bauer Zweifel hat: "Ich bin mir nicht sicher, ob das verkehrsrechtlich möglich ist."

Ein weitere Option schlugen die beiden CSU-Stadträte Alois Karl und Lizzy Walter bei der jüngsten Sitzung der Pöllinger CSU vor: Es könnte geprüft werden, ob durch einen Beschleunigungsstreifen für Rechtsabbieger von der Pöllinger Hauptstraße in die B8 oberhalb des Gewerbegebietes auch die Nutzung der Umgehung für die Laster attraktiver gemacht werden könnte.

Bauer fordert mehr Blitzer

Für UPW-Stadtrat Ernst Bauer wären regelmäßige Radarkontrollen die beste Lösung zur Verkehrsberuhigung. "Dadurch würden die Raser, die mit 80 oder 90 km/h durch den Ort rasen, ausselektiert. Außerdem geht es an den Geldbeutel. Ich denke, dass das zumindest mittelfristig etwas bringt", so Ernst Bauer.

Welche Lösung letztlich die beste ist, wird sich noch zeigen. Auf der Agenda der Stadtverwaltung steht die dieses Problem zumindest momentan nicht. "Die Stadt ist für eine Bundesstraße nicht zuständig und solange die B 8 noch nicht in eine Ortsstraße umgewidmet ist, können wir gar nichts machen", sagt der Pressesprecher der Stadt, Dr. Franz Janka zum Neumarkter Tagblatt. Was passiert, wenn diese Umwidmung zu Beginn des kommenden Jahres vorstatten gegangen ist, kann die Stadt nicht sagen. Dr. Janke richtet aber jetzt schon einen Appell an die Betriebe im Gewerbebetrieb, ihre Fahrer anzuleiten, die Durchfahrt zu meiden. In Pölling sind die Meinungen der Anwohner bis dahin jedenfalls gespalten.

Das Gewerbegebiet "Am Grünberg" und der damit verbundene Lastverkehr durch Pölling ist bei den Anwohnern weiter ein heißes Thema. Foto: Drenkard

 

 

Neumarkter Tagblatt 18.04.2009

Velburg will Überalterung in der Altstadt stoppen

Entwicklung Der Stadtrat entscheidet sich für das Programm "Soziale Stadt" - denn es soll stärker um die Bürger, nicht nur um die Bausubstanz, gehen. von wolfgang schön
 

VELBURG. Velburg will eine soziale Stadt werden: Um dieses Bestreben gezielter voranzubringen, hat sich der Stadtrat am Donnerstagabend für einen Wechsel vom bisher in Anspruch genommenen Städtebauförderprogramm zum Bund-Länder-Programm mit dem besonderen Projekt "Soziale Stadt" entschieden. Bisher konnte diese Fördereinrichtung nur von größeren Städten in Anspruch genommen werden, nun ist es auch für kleinere Kommunen wie Velburg zugänglich.

Ziele des Förderprogramms sind die Verbesserung und Stabilisierung der Wohn- und Lebensbedingungen sowie der wirtschaftlichen Basis - dabei sind die betroffenen Bürger in die Pläne stets mit einzubeziehen. "Soziale Stadt gestalten heißt unter anderem, wieder mehr Leben und damit verbunden eine verbesserte Wohnkultur in die Häuser, insbesondere in die von Überalterung oder dem Aussterben bedrohten Altstadtbereiche zu bringen", sagte Bürgermeister Bernhard Kraus dazu.

Hier gelte es, rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen zu treffen und nicht erst tätig zu werden, wenn ernsthafte Probleme aufträten. Im Stadtbereich gebe es bereits gute Ansätze, die nun - unterstützt mit Finanzmitteln aus dem neuen Fördertopf - weiter vorangebracht werden könnten.

Stadtrat Alfons Mändl sah in dem Bund-Länder-Programm eine gute Fortführung zum bisherigen Städtebauförderprogramm, wo sich Projekte nahezu ausschließlich auf die Verbesserung der Bausubstanz konzentriert hätten. Beim Programm "Soziale Stadt" rückten nun verstärkt die Bewohner in den Mittelpunkt. Für Stadtrat Bernhard Dürr bot sich mit dem Wechsel des Fördertopfes die Chance, "dass jetzt auch Bereiche gefördert werden, die bisher außen vor geblieben sind". Die Entscheidung für ein mehr an "sozialer Stadt" wurde im Gremium einstimmig getroffen.

Zustimmung fand auch die Tektur-Planfeststellung zum Bauvorhaben der Autobahndirektion Nordbayern, was die Sanierung im Bereich der Brücke Schallermühle anbelangt. Neben der Brückensanierung ist hier der Neubau eines Absetz- und Rückhaltebeckens nötig. Die beauftragte Firma Bögl, Neumarkt muss dafür eine eigene Baustellenzufahrt anlegen, wozu es einer privatrechtlichen Regelung bedurfte, weil Privatgrund tangiert wird.

Mehrheitlich Einverständnis bestand bei den Stadträten auch für den Antrag der Firma Windpower GmbH auf Sondernutzung für die Leitungsverlegung zur Stromeinspeisung vom Standort der Windkraftanlage bei Harenzhofen bis zur Mittelspannungsleitung. Zurückgestellt wurde die Umrüstung der mehr als 1000 Straßenbeleuchtungskörper in der Gemeinde und die damit verbundene vertragliche Vereinbarung mit der Firma E.ON.

Es sollen zunächst konkrete Untersuchungsergebnisse bezüglich alternativer Beleuchtungskörper eingeholt werden. Bis zur Jahresmitte sollen dem Stadtrat Ergebnisse vorliegen - danach können Entscheidungen getroffen werden, sagte Alfons Mändl, der ebenso wie Bürgermeister Kraus davon ausgeht, dass dann auch mit der Firma E.ON eine Einigung erzielt werden könne.