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Neumarkter Tagblatt vom 26,11,11
Ein Schritt in Richtung Umgehung
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Verkehr Die B 8 wird nicht
zur kommunalen Straße herabgestuft - Postbauer-Heng muss eine Umgehung
nicht allein finanzieren.
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Postbauer-Heng. Vor allem die Bewohner im Ortsteil Postbauer in der
Marktgemeinde Postbauer-Heng haben unter einer sehr hohen Lärmbelastung
zu leiden - wegen des Verkehrsaufkommens auf der B8. Und sie sind es,
die von einer B 8-Umgehung am meisten profitieren würden. Schon seit
mehr als 15 Jahren bemüht sich die Gemeinde um diese Möglichkeit. Und in
der vergangenen Woche ist endlich Bewegung in die Sache gekommen, wie
Bürgermeister Horst Kratzer in einem Schreiben mitteilte.
Denn bei einer Gesprächsrunde im Rathaus sei deutlich geworden, dass die
B 8 aller Wahrscheinlichkeit nach eine Bundesstraße bleiben werde. Das
heißt: Sie könnte demnächst in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen
werden, die Marktgemeinde muss den Bau einer Umgehung nicht alleine
schultern. Kratzer hatte MdL Albert Füracker, Baudirektor Josef
Kreitinger sowie Baudirektor Josef Gilch vom Staatlichen Bauamt
Regensburg um die Unterredung gebeten.
Denn es hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Ungewissheit
darüber geherrscht, ob der Bund die B8 möglicherweise abstufen könnte.
Der Markt Postbauer-Heng hätte alleine eine rein kommunale
Umgehungsstraße dieser Größenordnung finanziell und auch
planungstechnisch nicht stemmen können.
Doch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung habe
dem Büro des Landtagsabgeordneten Albert Füracker zwischenzeitlich
mitgeteilt, dass die Bundesstraße 8 zwischen Nürnberg und Neumarkt nicht
für eine Abstufung vorgesehen ist, wie es hieß. Kreitinger sagte Kratzer
zu, dass das Staatliche Bauamt Regensburg die Ortsumgehung von
Postbauer-Heng bei der anstehenden Fortschreibung des
Bundesverkehrswegeplanes vorschlagen werde.
In der jüngsten Gesprächsrunde wurden auch die aktuellen Zahlen der
Verkehrszählung ausgewertet (siehe Infokasten). Und in diesem
Zusammenhang sprach Kratzer den Wunsch aus, den mittlerweile in die
Jahre gekommenen Fahrbahnbelag innerorts mit einem sogenannten
Flüsterasphalt zu erneuern. Dies sei ein erster wichtiger Schritt hin
zur Entlastung der Bürger sagte er. Die Vertreter des Staatliche Bauamts
stellten in Aussicht, dass tatsächlich in den nächsten Jahren ein
"lärmarmer" Belag den alten ersetzen werde. Dies habe auch in anderen
Orten schon zu einer spürbaren Lärmminderung geführt.
Kratzer und Füracker sprachen auch den schlechten Zustand der Neumarkter
Straße im Bereich Alt-Heng an. Kreitinger und Gilch sagten zu, die
dortige 90-Grad-Kurve überprüfen zu wollen.

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Mitarbeiter des
Staatlichen Bauamts schauten sich zusammen mit Bürgermeister
Horst Kratzer und MdL Albert Füracker (2. und 3. v.l.) den
Zustand der Straßen in der Marktgemeinde an.
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Verkehrszählung
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Verkehrsaufkommen: Im Umkreis des Marktes Postbauer-Heng
gibt es zwei Zählstellen, die im Zuge der 2010
bundesweiten Verkehrszählung erfasst worden sind: eine
östlich von Postbauer in Richtung Pölling und eine
südlich von Oberferrieden. An beiden Punkten ist ein
zunehmendes Verkehrsaufkommen zu verzeichnen.
Ergebnisse: Bei Pölling wurden durchschnittlich 11100
Fahrzeuge am Tag mit einem Schwerverkehrsanteil von 8,4
Prozent gemessen. Bei Oberferrieden waren es rund 9600
Fahrzeuge am Tag mit einem Schwerverkehrsanteil von 8,1
Prozent.
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Neumarkter Tagblatt vom
16,08,11
Leserbrief
"Ich bin nicht der Letzte, der verschwindet"
Zum Artikel über seine Geschäftsaufgabe hat sich
Richard Stoll von der Bäckerei Stoll mit einem Schreiben an die Redaktion
gewandt:
Fakt ist, dass während der dreijährigen
Innenstadtstadtsanierung und der mindestens zehn Wochen nicht befahrbaren
Innenstadt viele Kunden abgewandert sind und nur noch selten oder gar nicht zum
Einkaufen in die Stadt kommen. Viele unserer älteren Kunden haben sich über die
fehlende Straßenbreite beklagt und sind ängstlich beim Befahren der Innenstadt.
Ob die Innenstadtgestaltung ein gelungenes Werk ist, darüber lässt sich
streiten: optisch ein Leckerbissen, doch für Geschäftsbetreiber und für alle
Anwohner ein Greul. Mangelnde Parkplätze in der Stadt und das vom Stadtrat
befürwortete Ärztehaus mit den neuen attraktiven Verkaufsflächen sowie
Parkplätzen lässt draußen vor der Stadt ein neues Zentrum entstehen. Die
zunehmende Bequemlichkeit und der immer größere Zeitdruck lässt die Innenstadt
ziemlich alt aussehen. Aber was für mich erschreckend ist: dass ein Betrieb, der
jetzt in die vierte Generation geht, so wenig von der einheimischen Bevölkerung
unterstützt wird. Außerdem möchte ich mich bei unserer zweiten Bürgermeisterin,
Ilse Werner, für Ihre Anteilnahme an unserem Schicksal sowie das mir zugedachte
Interesse bedanken. Ich habe gar nicht gedacht, dass ich mit meinem
Geschäftsschluss so eine Aufmerksamkeit errege und gleich einen Zeitungsartikel
bekomme. Ich bin mit Sicherheit nicht der Letzte, der aus der Innenstadt
verschwindet. Die Sanierung ist ja noch nicht abgeschlossen.
Richard Stoll, Konditorei/Bäckerei
Hauptstraße 28, Dietfurt
Neumarkter Tagblatt vom
10,08,11
Bäckerei Stoll
schließt
GESCHÄFTE Am Dietfurter Marktplatz entsteht
ein Leerstand.
DIETFURT. Die Bäckerei Stoll hat ihr Ladengeschäft am
Dietfurter Marktplatz geschlossen. Seit gestern hängt ein Schild im Schaufenster
mit einer Begründung: Wir schließen unser unrentables Ladengeschäft. Das neue
Ärztehaus, die vielen anderen Bäckereifilialen und vor allem auch die neue
Verkehrssituation haben uns jetzt zu diesem Schritt getrieben. Unsere
Bäckereiproduktion geht weiter. Für Bestellungen aller Art sind wir in gewohnter
Weise für Sie da. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis und Ihre Treue." Die
Immobilie steht zur Vermietung. Stellvertretende Bürgermeisterin Ilse Werner
macht diese Entwicklung Sorgen, sie befürchtet einen Leerstand an prominenter
Stelle. (df)

Das Ladengeschäft Stoll schließt.
Neumarkter Tagblatt vom 28,10,10
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Schnufenhofen schrumpft: Der Rathaus-Chef sorgt sich
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VERSAMMLUNG Seit
2005 ist die Einwohnerzahl von 5110 auf 5005 gesunken. Auch die
anscheinend unendliche Geschichte um die Ortsumgehung geht weiter.
von Günter Treiber
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SCHNUFENHOFEN. Für Bürgermeister Hans Bierschneider
war es wohl die letzte ordentliche Bürgerversammlung seiner Amtszeit in
Schnufenhofen. Sehr sachlich informierte er über die großen und kleinen
Dinge, die Bürgerinnen und Bürger bewegen und interessieren. Der in
Vermögens- und Verwaltungshaushalt zusammengefasste
Zehn-Millionen-Haushalt interessierte ebenso, wie die Bau- und
Umbaumaßnahmen an der Schule und an den Kindergärten.
"Leider nehmen unsere Einwohnerzahlen kontinuierlich ab", bedauerte
Bierschneider, "was zur Folge hat, dass wir uns um den Erhalt unserer
Schule, die immer noch aus Grund- und neu Mittelschule besteht, sorgen
müssen". Eingegliedert in den größten Mittelschulverbund des Landkreises
"Schulverbund Region Parsberg" könne man derzeit auf insgesamt 678
Schüler in 32 Klassen verweisen.
Die Einwohnerzahl sei von 5110 im Jahr 2005 auf aktuell 5005 abgesunken,
teilte der Rathauschef mit. Die Gründe dafür lägen aber nicht an hoher
Sterblichkeits- beziehungsweise niedriger Geburtenrate - bisher stehen
in diesem Jahr 37 Geburten insgesamt 30 Sterbefälle gegenüber. Vielmehr
sei das Abwandern von Senioren, die in die Altenheime einziehen, und der
Wegzug von Auszubildenden und Studenten in Städte der Grund für den
Rückgang.
Zum Thema Altenheim erklärte Bierschneider, dass die Firma Weidlich gut
im Zeitplan liege und somit am 1.Mai 2011 einen "Tag der offenen Tür" im
Lebenszentrum Seubersdorf anbiete und dann am 6. Mai eröffne.
"Man hat mir vorgeworfen, ich sei ein vom Ehrgeiz zerfressener
Bürgermeister, der sich mit der Umgehung nur profilieren will. Und, wir
hätten einen Gemeinderat, der von nichts eine Ahnung hat", nahm Hans
Bierschneider das Thema Umgehung auf, "dabei kommt der Vorschlag der
Umgehung von ganz oben und nicht von uns". Bereits 1992 habe sich die
Oberste Baubehörde mit der Thematik befasst, der Gemeinderat nahm das
Ansinnen in einem einstimmigen Beschluss auf. Das Bürgerbegehren, das am
14. November vollzogen werde, so Bierschneider, sei ein Akt der
Demokratie und völlig korrekt.
Bierschneider verwies allerdings darauf, dass man den Text vor der
Abstimmung sehr genau lesen sollte, der da lautet: "Sind Sie dafür, dass
die Gemeinde Seubersdorf alle rechtlichen Möglichkeiten gegen die
geplante Ortsumgehung ausschöpft, sich insbesondere im
Planfeststellungsverfahren gegen den Bau ausspricht und gegen einen
Planfeststellungsbeschluss Klage erhebt". Wer also, so Bierschneider,
für eine Umgehung sei, müsse "Nein" ankreuzen und wer gegen eine
Umgehung müsse "Ja" ankreuzen.
Die Bürger von Schnufenhofen nahmen die Informationen gelassen und ohne
Emotionen hin und stellten eine einzige Frage über die Konsequenzen, für
den Fall, dass man mit "Ja" abstimme. Bierschneider sagte, dass es
Gutachten gebe, die besagen, dass es erstens kaum erhöhten Verkehr geben
werde und zweitens, dass Prognosen bestehen, dass die Umgehung im Jahr
2025 bestehe.
Das staatliche Bauamt werde voraussichtlich Mitte 2011 mit dem
Planfeststellungsverfahren beginnen, bei dem die Gemeinde nur eine von
etwa 35 Fachstellen sei, die befragt werde. Außerdem werden auch die
Bürger einbezogen. Dann ziehe sich die Angelegenheit weiter hinaus und
am 15.November 2011 sei das Bürgerbegehren, sofern es überhaupt im Sinne
von "Lebendiges Seubersdorf" ausgehe, hinfällig. Weitere Infos gab es zu
den Themen Bebauungspläne, Fotovoltaikanlagen, Windkraftanlagen und
Gestaltung der Ortsmitte.
Die Annahme von Herrn BM
Bierschneider, der Bürgerentscheid sei spätestens am 15.11.2011
„hinfällig“ ,ist rechtsfehlerhaft, die Formulierung missverständlich.
Art. 18a GO lautet:
„Bürgerbegehren
und Bürgerentscheid(…)
(13)
1 Der Bürgerentscheid hat die Wirkung eines Beschlusses
des Gemeinderats. 2 Der
Bürgerentscheid kann innerhalb eines Jahres nur durch einen neuen
Bürgerentscheid abgeändert werden, es sei denn, dass sich die dem
Bürgerentscheid zugrunde liegende Sach- oder Rechtslage wesentlich
geändert hat.
(…)“Das
bedeutet, dass der Bürgerentscheid nicht von selbst „hinfällig“ wird,
sondern erst ein entsprechender Aufhebungsbeschluss der Gemeinde gefasst
werden muss. Geschieht dies nicht, gilt der Entscheid natürlich weiter.
Die Bindungswirkung hat also zur Folge, dass die Gemeinde sich nicht vor
Ablauf eines Jahres gegen den Entscheid stellen kann.
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Hemau alles zum Thema
Ortsbelebung :Mehr
Neumarkter Tagblatt vom 05.08.10
Innenstädte lebendig
erhalten
Kabinett Wirtschaft kritisiert Entscheidung zum
Landesentwicklungsprogramm
München. Die bayerische Wirtschaft hat keinerlei Verständnis für den Beschluss
der Staatsregierung, das von Wirtschaftsminister Martin Zeil vorgelegte
Eckpunktepapier zum Landesentwicklungsprogramm (LEP) erneut grundsätzlich zu
überarbeiten. In einem Brief an Zeil fordern die bayerischen IHKs, die
Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern sowie der Handelsverband Bayern
Regelungen, die einen Wildwuchs von Einzelhandelsgroßprojekten auf der grünen
Wiese verhindern. Andernfalls drohten amerikanische Verhältnisse mit riesigen
Einkaufszentren außerhalb der Innenstädte und Ortskerne. Dabei würden die
wohnortnahe Versorgung der Verbraucher sowie der mittelständische,
inhabergeführte Einzelhandel auf der Strecke bleiben. Ziel müsse es sein, "die
Attraktivität und Lebendigkeit der Innenstädte und Ortskerne zu erhalten", heißt
es in dem von den Präsidenten und Hauptgeschäftsführern unterschriebenen Brief.
Neumarkter Tagblatt vom 30.03.10
Ampel für
mehr
Sicherheit
Verkehr Die Ortsdurchfahrt in Berg wird
täglich von 9500 Fahrzeugen genutzt - davon sind 450 Lastwagen.
BERG. Die Ortsdurchfahrt wird laut Bürgermeister Helmut Himmler täglich von rund
9500 Fahrzeugen genutzt. Dabei liegt der Anteil des Schwerlastverkehrs bei 450
Fahrzeugen. Für Kinder und ältere Menschen ist das Überqueren der Staatsstraße
mit erheblichen Gefahren verbunden.
Vor diesem Hintergrund traf sich Himmler jetzt mit Vertretern des
Straßenbauamtes, des Landratsamtes sowie der Polizeiinspektion Neumarkt in Höhe
der Raiffeisenbank in Berg zur Begutachtung der Situation.
Konsequentes Handeln gefragt
Jörg Degenkolb, stellvertretender Leiter der PI Neumarkt, Erwin März und
Christian Mader vom Landratsamt Neumarkt sowie Stefan Leikam vom Straßenbauamt
Regensburg waren sich mit dem Bürgermeister und Bernhard Birgmeier vom Bauamt
der Gemeinde einig, keine mobile und damit vorläufige Lichtzeichenanlage zu
errichten, sondern wegen der hohen Verkehrsbelastung an der Staatsstraße
konsequent zu handeln.
Daher wird bis zur Sommerpause auf Höhe der Raiffeisenbank eine fest
installierte Druckknopf- und damit eine Bedarfsampel errichtet. Mit dieser
Entscheidung wird eine Initiative von SPD-Gemeinderat Norbert Nießlbeck - selbst
Polizeibeamter - umgesetzt.
Dieser hatte wiederholt argumentiert, dass zwar an der Schule, der Zufahrt zum
Sophie-Scholl-Platz sowie der Apotheke und dem Kindergarten sichere
Querungshilfen vorhanden seien - nicht aber im südlichen Bereich von Berg.
Gerade dort habe sich Gewerbe und Handel entwickelt. Auch der Jugendtreff sowie
die Bushaltestelle machten eine Ampel nötig.
Himmler ist froh, dass mit der Entscheidung die Verkehrssicherheit für Kinder
und ältere Menschen wesentlich verbessert werden kann. Abgesehen davon könne die
Verkehrsbelastung erst durch die anstehende Ortsumgehung von Berg reduziert und
als Folge die Sicherheit an der Berger Hauptstraße weiter verbessert werden.
Die Umfahrung des Ortes werde etwa zwei Drittel des Durchgangsverkehrs aus dem
Ort leiten. Trotzdem werde Berg zu keinem toten Ort, da der Ziel- und
Quellverkehr noch immer bei mehr als 3000 Fahrzeugen pro Tag liegen werde.
Gute Chancen für Umgehung
Derzeit läuft das staatliche Verfahren für die Aufnahme von Straßenbaumaßnahmen.
Himmler geht fest davon aus, dass die Ortsumfahrung Berg wegen der hohen
Belastung und einem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis in die erste
Dringlichkeitsstufe kommen wird. Er rechnet deshalb mit der Umsetzung innerhalb
von zehn Jahren. Er werde die Realisierung der Umgehung weiter vorantreiben,
weil es dazu keine verantwortbare Alternative gebe, betonte
Eine Druckknopfampel ist im Süden von Berg geplant. Foto: Stepper
Neumarkter Tagblatt vom 21.04.2009
Geduldsspiel: Megastau auf der A3
Massenkarambolage Eine Lkw-Panne in der Baustelle
ist der Auftakt einer Serie von Vorfällen. Zuerst übersieht ein Auto-, dann ein
Lkw-Fahrer das Stauende.
Landkreis. Viel Geduld brauchten die Autofahrer, die gestern Nacht
beziehungsweise in den Morgenstunden auf der Autobahn in Richtung Nürnberg
unterwegs waren. Denn eine Unfallserie legte den Verkehr stundenlang lahm.
Begonnen hatte alles mit der Reifenpanne eines Lkw in der Baustelle auf der A 3
zwischen Parsberg und Velburg. Hier kam es gegen 2 Uhr in Fahrtrichtung Nürnberg
zu erheblichen Verkehrsstauungen. Der Pannen-Lkw und ein dahinter stehender
Schwertransporter blockierten die baustellenbedingt beengte Fahrbahn.
Wie die Autobahnpolizei Parsberg gestern mitteilte, dauerte die Reparatur des
Brummis vor Ort bis 4.30 Uhr. "Der Pannendienst musste entgegen der
Fahrtrichtung herangeführt werden", erklärte Dienststellenleiter Jakob Wittmann.
Der zehn Kilometer lange Rückstau ging über die Anschlussstelle Parsberg hinaus
zurück.
Danach ging es Schlag auf Schlag: Um 5.10 Uhr bemerkte ein 31-jähriger
Autofahrer das Stauende auf Höhe des Parkplatzes Degerndorf zu spät. Er war, wie
Polizeihauptkommissar Wittmann mitteilte, zu schnell unterwegs, konnte nicht
mehr rechtzeitig bremsen und fuhr zwischen der Mittelleitplanke und einem auf
der linken Fahrspur ausrollenden Sattelzug durch. Bei diesem Manöver verlor er
die Kontrolle über sein Auto, prallte gegen die Mittelschutzplanke und gegen die
linke Seite der Zugmaschine.
Bei diesem Aufprall schob der Mercedes die Zugmaschine gegen einen auf der
rechten Fahrspur stehenden Lkw mit Anhänger. Der Mercedes schleuderte weiter und
stieß gegen den Staukasten eines ebenfalls auf der rechten Fahrspur davor
stehenden Sattelzugaufliegers. Nach diesem Aufprall kam der Mercedes schließlich
zum Stillstand. Der 31-jährige Pkw-Fahrer aus dem Raum Deggendorf wurde leicht
verletzt. "Beide Fahrspuren waren durch den Verkehrsunfall blockiert", so die
Polizei. Die Bergungsarbeiten allein an dieser Unfallstelle dauerten bis 9.30
Uhr.
Währenddessen kam es zu einem weiteren Auffahrunfall, diesmal zwischen zwei
Brummis. Um exakt 6.17Uhr bemerkte der Fahrer eines Silozuges das Stauende des
vier Kilometer km langen Rückstaus zwischen Beratzhausen und Parsberg zu spät
und fuhr auf einen vor ihm anhaltenden ungarischen Sattelzug auf. Der 37-jährige
Silozug-Fahrer aus dem Raum Schwandorf konnte noch nach links ausweichen und
prallte dann mit dem rechten Teil des Führerhauses gegen die linke Heckseite des
Sattelzugaufliegers. Der Silozug, der mit 20 Tonnen Zement beladen war, kam
schließlich quer zur Fahrbahn zum Stillstand und blockierte beide Fahrspuren.
Bei dem Aufprall wurde das Führerhaus abgerissen. Der Silozug-Fahrer wurde
jedoch nur leicht verletzt. Er musste mit Schnittwunden in eine Regensburger
Klinik eingeliefert werden. Der Gesamtschaden wird auf zirka 150000 Euro
geschätzt. Die Bergungsarbeiten dauerten bis 11.30Uhr an.
An der Anschlussstelle Beratzhausen wurde durch die Autobahnmeisterei Pollenried
der Verkehr ausgeleitet. Die Radiosender warnten bereits vor dem Mega-Stau und
wiesen auf die Umleitungsstrecken ab Nittendorf hin. Pech hatten die zwischen
der Anschlussstelle Beratzhausen und der Unfallstelle stehenden Auto- und
Lkw-Fahrer. Sie mussten sich bis 9.45 Uhr im Stau gedulden
Der Parsberger Feuerwehr-Kommandant Markus Pflüger war mit Kräften aus Parsberg,
Pfraundorf und Beratzhausen von Anfang an an der Unfallstelle. Das Tagblatt
erwischte gestern Vormittag Kreisbrandinspektor Baierl an der Unfallstelle.
Dieser war nachalarmiert worden, um zu prüfen, ob ausgelaufenes Öl oder Diesel
der Umwelt schaden. Die Feuerwehren aus Parsberg, Pfraundorf und Beratzhausen
hatten Öl und Diesel auf der Straße gebunden. "Ins Erdreich ist zu keiner Zeit
etwas eingedrungen, sodass keine Aushubarbeiten notwendig waren", sagte Baierl.

Bei diesem Unfall auf der A 3 zwischen Beratzhausen und
Velburg wurde das Führerhaus eines Lasters abgerissen. Foto: Neu
Neumarkter Tagblatt 18.04.2009
Brummi-Lärm: Ansichten der Pöllinger klaffen
auseinander
Verkehr Während ein Teil der Bevölkerung neue
Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung fordert, ist die andere Hälfte mit der
aktuellen Situation zufrieden.
von Thorsten Drenkard
Neumarkt. Die
Anwohner der Pöllinger Hauptstraße kommen weiter nicht zur Ruhe - der Grund: der
andauernde Lastwagen-Verkehr aus dem Gewerbegebiet "Am Grünberg". Trotz der vor
sechs Jahren fertiggestellten Ortsumgehung ist für Jürgen Faltenbacher die
aktuelle Verkehrssituation im Ort nicht akzeptabel. Er wohnt seit 36 Jahren an
der Pöllinger Hauptstraße - und ist aufgebracht.
"Seit der Umgehung ist
der Verkehr zwar weniger geworden, aber dafür fahren die Laster jetzt viel
schneller als früher durch den Ort. Manchmal mit bis zu 100 Stundenkilometern.
Das ist gefährlich", sagt der Vater einer zweijährigen Tochter.
Auf der anderen Seite der
Hauptstraße, praktisch gegenüber, wohnt Eberhard Schober. Er will nicht klagen.
"Wenn man überlegt, dass vor der Umgehung rund 17000 Autos hier täglich
durchgefahren sind und jetzt rund 6000, dann ist das schon eine spürbare
Verbesserung", sagt der 69-Jährige, der seit 20Jahren an der Pöllinger
Hauptstraße wohnt.
Nachteil für die Geschäfte?
Nur zwei von
vielen gegensätzlichen Meinungen in dem Neumarkter Ortsteil. Der Pöllinger
Stadtrat Ernst Bauer (UPW) bringt die Situation auf den Punkt: "Es ist weiterhin
ein schwieriges Thema." Zum einen soll der Schwerlastverkehr durch den Ort
weiter reduziert werden, zum anderen dürften Geschäfte im Ortskern, die auf den
Verkehr angewiesen sind, nicht darunter leiden.
Eine Anwohnerin der Hauptstraße: "Die
Lastwagenfahrer müssen schließlich auch mal essen. Und der Bäcker oder Metzger
hat dann auch etwas davon", findet die Frau, die seit 48 Jahren an der
Hauptstraße lebt. Sie ist zufrieden. "Früher, vor der Ortsumgehung, bin ich mit
meinem Auto kaum aus meiner Ausfahrt gekommen - so groß war der Verkehr",
erinnert sie sich.
Für einen 62-jährigen Anwohner ist dies kein
Argument. "Trotzdem ist von früh bis spät hier Verkehr", sagt er, während der
69-jährige Eberhard Schober zu wissen glaubt, warum: "Viele Laster, die von der
B299 kommen, nutzen nicht die Umgehung, weil ihr Navigationsgerät sie durch die
Ortschaft lotst."
Was also tun, um die Laster, die eigentlich ins
Gewerbegebiet "Am Grünberg" wollen, um den Ort zu führen?
Jürgen
Faltenbacher: "Eine Möglichkeit wäre vielleicht, ein Linksabbiege-Verbot für
Laster, die aus der Straße ,Am Grünberg' kommen, einzurichten." Ein Vorschlag,
an dessen Umsetzung Stadtrat Ernst Bauer Zweifel hat: "Ich bin mir nicht sicher,
ob das verkehrsrechtlich möglich ist."
Ein
weitere Option schlugen die beiden CSU-Stadträte Alois Karl und Lizzy Walter bei
der jüngsten Sitzung der Pöllinger CSU vor: Es könnte geprüft werden, ob durch
einen Beschleunigungsstreifen für Rechtsabbieger von der Pöllinger Hauptstraße
in die B8 oberhalb des Gewerbegebietes auch die Nutzung der Umgehung für die
Laster attraktiver gemacht werden könnte.
Bauer fordert mehr Blitzer
Für
UPW-Stadtrat Ernst Bauer wären regelmäßige Radarkontrollen die beste Lösung zur
Verkehrsberuhigung. "Dadurch würden die Raser, die mit 80 oder 90 km/h durch den
Ort rasen, ausselektiert. Außerdem geht es an den Geldbeutel. Ich denke, dass
das zumindest mittelfristig etwas bringt", so Ernst Bauer.
Welche Lösung letztlich die beste ist, wird sich noch zeigen. Auf der Agenda der
Stadtverwaltung steht die dieses Problem zumindest momentan nicht. "Die Stadt
ist für eine Bundesstraße nicht zuständig und solange die B 8 noch nicht in eine
Ortsstraße umgewidmet ist, können wir gar nichts machen", sagt der
Pressesprecher der Stadt, Dr. Franz Janka zum Neumarkter Tagblatt. Was passiert,
wenn diese Umwidmung zu Beginn des kommenden Jahres vorstatten gegangen ist,
kann die Stadt nicht sagen. Dr. Janke richtet aber jetzt schon einen Appell an
die Betriebe im Gewerbebetrieb, ihre Fahrer anzuleiten, die Durchfahrt zu
meiden. In Pölling sind die Meinungen der Anwohner bis dahin jedenfalls
gespalten.

Das Gewerbegebiet "Am Grünberg" und der damit verbundene Lastverkehr durch
Pölling ist bei den Anwohnern weiter ein heißes Thema. Foto: Drenkard
Neumarkter Tagblatt 18.04.2009
Velburg will Überalterung
in der Altstadt stoppen
Entwicklung Der Stadtrat entscheidet sich für das
Programm "Soziale Stadt" - denn es soll stärker um die Bürger, nicht nur um die
Bausubstanz, gehen.
von wolfgang schön
VELBURG. Velburg will eine soziale Stadt werden: Um dieses Bestreben gezielter
voranzubringen, hat sich der Stadtrat am Donnerstagabend für einen Wechsel vom
bisher in Anspruch genommenen Städtebauförderprogramm zum Bund-Länder-Programm
mit dem besonderen Projekt "Soziale Stadt" entschieden. Bisher konnte diese
Fördereinrichtung nur von größeren Städten in Anspruch genommen werden, nun ist
es auch für kleinere Kommunen wie Velburg zugänglich.
Ziele des Förderprogramms sind die Verbesserung und Stabilisierung der Wohn- und
Lebensbedingungen sowie der wirtschaftlichen Basis - dabei sind die betroffenen
Bürger in die Pläne stets mit einzubeziehen. "Soziale Stadt gestalten heißt
unter anderem, wieder mehr Leben und damit verbunden eine verbesserte Wohnkultur
in die Häuser, insbesondere in die von Überalterung oder dem Aussterben
bedrohten Altstadtbereiche zu bringen", sagte Bürgermeister Bernhard Kraus dazu.
Hier gelte es, rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen zu treffen und nicht erst tätig zu
werden, wenn ernsthafte Probleme aufträten. Im Stadtbereich gebe es bereits gute
Ansätze, die nun - unterstützt mit Finanzmitteln aus dem neuen Fördertopf -
weiter vorangebracht werden könnten.
Stadtrat Alfons Mändl sah in dem Bund-Länder-Programm eine gute Fortführung zum
bisherigen Städtebauförderprogramm, wo sich Projekte nahezu ausschließlich auf
die Verbesserung der Bausubstanz konzentriert hätten. Beim Programm "Soziale
Stadt" rückten nun verstärkt die Bewohner in den Mittelpunkt. Für Stadtrat
Bernhard Dürr bot sich mit dem Wechsel des Fördertopfes die Chance, "dass jetzt
auch Bereiche gefördert werden, die bisher außen vor geblieben sind". Die
Entscheidung für ein mehr an "sozialer Stadt" wurde im Gremium einstimmig
getroffen.
Zustimmung fand auch die Tektur-Planfeststellung zum Bauvorhaben der
Autobahndirektion Nordbayern, was die Sanierung im Bereich der Brücke
Schallermühle anbelangt. Neben der Brückensanierung ist hier der Neubau eines
Absetz- und Rückhaltebeckens nötig. Die beauftragte Firma Bögl, Neumarkt muss
dafür eine eigene Baustellenzufahrt anlegen, wozu es einer privatrechtlichen
Regelung bedurfte, weil Privatgrund tangiert wird.
Mehrheitlich Einverständnis bestand bei den Stadträten auch für den Antrag der
Firma Windpower GmbH auf Sondernutzung für die Leitungsverlegung zur
Stromeinspeisung vom Standort der Windkraftanlage bei Harenzhofen bis zur
Mittelspannungsleitung. Zurückgestellt wurde die Umrüstung der mehr als 1000
Straßenbeleuchtungskörper in der Gemeinde und die damit verbundene vertragliche
Vereinbarung mit der Firma E.ON.
Es sollen zunächst konkrete Untersuchungsergebnisse bezüglich alternativer
Beleuchtungskörper eingeholt werden. Bis zur Jahresmitte sollen dem Stadtrat
Ergebnisse vorliegen - danach können Entscheidungen getroffen werden, sagte
Alfons Mändl, der ebenso wie Bürgermeister Kraus davon ausgeht, dass dann auch
mit der Firma E.ON eine Einigung erzielt werden könne.
