Neumarkter Tagblatt vom 30.03.10

Vielfalt und Lebendigkeit sind gefragt

ENTWICKLUNGSKONZEPT Eigentümer, Geschäftsleute und Bürger sollen für die Innenstadt mobilisiert werden, sagt Bürgermeister Hans Pollinger im MZ-Gespräch.

HEMAU. Die Bürger haben darüber abgestimmt welche Stärken und Schwächen sie in der Hemauer Innenstadt sehen. Auch die drei Bürgermeister gaben ihr „Votum“ ab. Sie haben mit dem Stadtrat und der Verwaltung entscheidend dazu beigetragen, dass Hemau überhaupt in dieses Förderprogramm des Bundes aufgenommen wurde. Bürgermeister Hans Pollinger erklärt im Interview mit MZ-Redakteur Reiner Barta die Gründe, warum sich die Stadt dafür beworben hat.  Herr Bürgermeister, Hemau gehört zu den Kommunen, die durch das Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ gefördert wird. Was steckt eigentlich dahinter?
Hans Pollinger: Die Innenstädte und Ortskerne sind vielleicht die wichtigsten Bereiche der Städte und Gemeinden. Dort sollten Vielfalt und Lebendigkeit herrschen, geprägt von attraktiven Geschäften, gastlichen Wirtschaften und Cafés, gut besuchten öffentlichen Einrichtungen und schön gestalteten Flächen.

Diese Idealvorstellung finden die Bürger aber in vielen Kommunen nicht mehr.

Das stimmt, in zahlreichen Innenstädten und Ortsmitten haben wir ein Bild, das tendenziell mehr von Leerstand und Verödung als von gesunder Entwicklung geprägt ist. Vielerorts bedürfen die Ortsmitten einer Stärkung und Aufwertung, um bestehenden oder drohenden Leerständen und strukturellen Problemen wirksam begegnen zu können. Da dieses Thema in zahlreichen Regionen gegenwärtig ist, haben Bund und Länder ein spezielles Förderungsprogramm „AktiveStadt- und Ortsteilzentren“ ins Leben gerufen. Auch in Bayern steht dieses Programm, das auf dem Modellvorhaben „Leben-findet-InnenStadt“ der Obersten Baubehörde im Innenministerium aufbaut, den Städten und Gemeinden zur Verfügung.

Worumgeht es in diesem Städtebauförderprogrammganz speziell?

Im Kern geht es um zwei wesentliche Aspekte: die Aktivierung der Eigentümer, Geschäftsleute und Bürger für ihre Innenstadt. Außerdem geht es um die Unterstützung von Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung der Ortsmitten durch finanzielle Hilfen aus dem Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm.
Warum nimmt eigentlich die Stadt Hemau an diesem Förderprogrammteil?
Unsere Innenstadt liegt uns besonders am Herzen. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Maßnahmen zur Aufwertung von Straßen und Gassen, kleinen Plätzen sowie zur Aufwertung der Gebäude in der Innenstadt durchgeführt, initiiert und gefördert. Beispiele sind der Zehentstadel, das Haus der Musik, der Ringweg beim Unteren Stadtplatz, der neue Parkplatz beim Oberen Stadtplatz oder die Riedenburger Straße.

Das sind Erfolge, die sich sehen lassen können. Aber es gibt doch noch viele Wünsche, die zu realisieren wären?

Eine Aufgabe, die uns noch bevorsteht, ist die endgültige Gestaltung des Stadtplatzes selbst. Das ist der unbestrittene Mittelpunkt des Ortes, umrahmt von stattlichen Gebäuden und Standort wichtiger Betriebe des Handels, der Gastronomie und vielfältiger Dienstleister, insbesondere auch der ärztlichen Versorgung. Zu verbessern sind aus unserer Sicht die Verkehrssituation, die Gestaltung der Freiflächen sowie die Rahmenbedingungen für die innerstädtisch aktiven Betriebe.

 Dazu haben Sie einen Lenkungskreis ins  Leben gerufen, Experten engagiert und auch die Bürger mit ins Boot geholt. Besteht da nicht die Gefahr, dass andere Projekte vernachlässigt werden?
Bei einer so großen und wichtigen Aufgabe wie der Entwicklung unserer Innenstadt und unseres Stadtplatzes benötigen wir Unterstützung. Aus diesem Grund haben wir uns in diesem Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm beworben. Dabei steht ausdrücklich die Hemauer Innenstadt im Mittelpunkt. Selbstverständlich wird sich die Stadt auch weiter um entsprechende Fördermöglichkeiten in den zahlreichen Ortsteilen bemühen, wie es in der Vergangenheit bereits der Fall war.
Jetzt wird intensiv an einem Entwicklungskonzept gearbeitet. Welche Anforderungen sind dabei zu erfüllen?

Das Konzept soll den Handlungsbedarf aufzeigen und begründen. Es soll die Ziele darlegen. Es soll drittens die erforderlichen Maßnahmen und Instrumente aufzeigen, um die Innenstadt attraktiver zu machen.

Neumarkter Tagblatt vom 27.03.10

Karten weisen den Weg in die Zukunft

Entwicklungskonzept Hemauer Bürger haben aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen der Innenstadt analysiert. Von Reiner Barta

Hemau. Die Bürger hatte ihre Chance und viele haben sie genutzt. Zum Auftakt des Entwicklungsforums hatten sie am 4. März im Gasthaus Donhauser die Möglichkeit, aus ihrer Perspektive darüber abzustimmen, welche Themen sie bewegen und die Stärken und Schwächen der Innenstadt zu analysieren. Dazu hatten die Moderatoren des Abends, die Städteplaner Dr. Hans-Peter Dürsch aus München und Dr. Manfred Heider aus Augsburg Stellwände aufgestellt, die zu bestimmten Themen mit Abstimmungskarten "verziert" werden durften. So wollten die Experten die Meinung zu "Einzelhandel, Dienstleister und sonstige Betriebe", "Verkehr und Parken", "Soziale, kulturelle und touristische Infrastruktur", "Junge Familien", "Senioren" sowie "Jugend" wissen.
Lob für medizinische Versorgung
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Die Karten wurden mittlerweile im Münchner DIS-Instituts für Stadtentwicklung, den Städtebau und den Verkehr, dessen Chef Dr. Dürsch ist, ausgewertet. Auf Anregung eines Hemauers wurden auf die Stärke- und Schwäche-Karten auch das Alter des "Abstimmenden" erfasst und so entstand ein Bild, dass sich nicht unwesentlich von dem unterscheidet, das die beiden Städteplaner schon in ihren ersten Analysen gewonnen hatten. So wird quer durch alle Altersschichten bei der "Wirtschaft" die gute Ärzteversorgung in der Hemauer Innenstadt gelobt. Gut finden die Bürger auch das Dienstleistungsangebot und die kurzen Wege. Was ihnen weniger gefällt sind die fehlenden Lebensmittelgeschäfte, attraktive Läden, Sitze im Freien bei den Lokalen, unattraktive Außenfassaden oder auch die Schaufenstergestaltung.

Im Bereich "Verkehr und Parken" sind viele der Meinung, dass es ausreichend Parkplätze in der Innenstadt gibt, dass der Stadtkern "sehr lebenswert ist" und dass "noch viel Platz für neue Ideen" ist. Positiv wird auch die Bushaltestelle am Stadtplatz bewertet. Für Rathaus und den Rathausgarten gibt es ebenfalls gute Noten. Schlechte Zensuren gibt es dagegen für die Dauerparker, das Erscheinungsbild der Seitenstraßen, Stolperfallen auf den Gehwegen, die auch zum Teil für zu schmal gehalten werden. Ein Dorn im Auge sind den Bürgern auch die Lastwagen, die trotz der Umgehungsstraße durch das Zentrum fahren. Ein Bürger fordert, den Schwerlastverkehr ganz aus der Innenstadt zu verbannen.
Kulturelles Angebot stimmt

Im sozialen und kulturellen Bereich sehen die Hemauer weitaus mehr Positives wie Negatives. Soziale Einrichtungen, Märkte und kulturelle Veranstaltungen werden ebenso gelobt wie die Aktivitäten der Vereine. Lob gibt es für die gewachsenen Gebäude-Ensembles, die zu einem attraktiven Stadtbild beitragen. Auch die Tangrintelhalle, der Zehentstadel , das Haus der Musik oder das Waldbad bekommen gute Noten. Was den Hemauern weniger gefällt, sind leer stehende Anwesen, unsanierte Gebäude, laute Nächte auf dem Stadtplatz und der Müll, der am nächsten Morgen noch die Zechgelage dokumentiert.

Eine Disco wird gefordert

Bei der Analyse zeigte sich auch, dass Hemau viel für junge Familien tut, dass geht bei den Bauplätzen los und endet bei den Kindergärten, der Schule oder den Spielplätzen. Allerdings ergab die Auswertung auch, dass nur wenige junge Familien am ersten Entwicklungsforum teilnahmen. Gute Noten gab es für die Angebote für Senioren, allerdings wurden auch die nicht rollstuhlgerechten Bürgersteige moniert. Viel Lob gab es zum Thema "Jugend" für den Jugendtreff und die Musikschule. Allerdings würden sich viele Hemauer ein umfangreicheres Angebot für junge Leute wünschen, wie eine Disco oder Lokale, die gerade Jüngere ansprechen. Ein kleines Problem bei diesem Thema war allerdings, dass nur wenigen Hemauer unter 30 Jahren ihre Meinung zur Situation der Innenstadt abgaben. Dafür haben sie aber noch am 16.
April Gelegenheit, wenn das Entwicklungsforum im Gasthaus Donhauser fortgesetzt wird.

Die Dokumentation mit den detaillierten Ergebnissen der Bürgerananalyse vom 4. März und der Erhebungen der Städteplaner gibt es im Internet unter stadt@hemau.de unter dem Link Entwicklungsforum.


Bei Handel und Dienstleistungen überwogen die roten Karten, die die Schwächen analysierten. Foto: Barta

Neumarkter Tagblatt vom 20.03.10

Die Bundesstraße spielt eine Hauptrolle

Entwicklungskonzept Der Verkehr und die Parkplatzsituation werden das Innenleben Hemaus entscheidend mitprägen. Ein Experte stellt erste Analyse-Ergebnisse vor. Von Reiner Barta

Hemau. Die Kunden, die in Hemau einkaufen, wollen mehr Parkplätze. Die Verbesserung der Straßen- und Verkehrsführung und die Verkehrssicherheit liegen ihnen weiter am Herzen. Auch die Gewerbetreibenden fordern eine bessere Parkplatzsituation, ihnen sind allerdings auch die Dauerparker ein Dorn im Auge.

Außerdem möchten sie das Stadtbild einfach schöner, manche Gebäude attraktiver haben. Vor diesen Aussagen, die bei einer Fragebogenaktion deutlich wurden, will und kann die Stadt die Augen nicht verschließen, wenn sie das Förderprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" zu einem für alle positiven Abschluss bringen will. Deshalb wurde eine Lenkungsgruppe gegründet, mit Dr. Hans-Peter Dürsch und Dr. Manfred Heider zwei Experten für Städteplanung als Berater geholt und die Hemauer bei einem Bürgerforum um ihre "Stärken- und Schwächen-Analyse" gefragt.

Ortskern von großer Bedeutung

Die Ergebnisse sind jetzt ausgewertet und werden bald veröffentlicht. Allerdings haben Dürsch und Heider bereits Befragungen durchgeführt, haben demografische Zahlen zusammengetragen und sie aus ihrer Sicht interpretiert. So hat Dr. Dürsch, Chef des Münchner DIS-Instituts für Stadtentwicklung, den Städtebau und den Verkehr in Hemau genau unter die Lupe genommen und dokumentiert seine Erkenntnisse anhand von Grafiken und Fotos, die bei mehreren "Ortsbegehungen" entstanden sind.

"Die gesamten Ortsteile tragen entscheidend zur Entwicklung der Innenstadt bei", ist der Regierungsbaumeister überzeugt. Der Ortskern sei sehr bedeutend für die gesamte Stadt. Allerdings bestehe immer noch ein Sanierungsbedarf an einzelnen Gebäuden, um die Attraktivität noch zu steigern. Positive Beispiele hat er am Stadtplatz, Matthias-Mühlbauer-Platz oder in der Riedenburger Straße entdeckt.

Dafür sind ihm aber auch negative im Bräugassl, in der Nagelschmied- oder Schmiedgasse ins Auge gestochen.

Positiv bewertet der Münchner Architekt, dass es am Stadtplatz noch eine starke "Präsenz des Wohnens" gibt. So konnte der Einwohnerrückgang, von 820 im Jahr 1998 auf 740 im Jahr 2006, gestoppt werden. Heute leben wieder 780 Hemauer direkt im Innenstadtbereich. Auch die Altersstruktur sei weitaus positiver zu bewerten als in anderen Städten vergleichbarer Größe. "Zwar ist die Bevölkerung etwas älter als im gesamten Stadtbereich, allerdings ist sie ein guter Ausgangspunkt für den Erfolg des Projekts." Deshalb gelte es auch, die Innenstadt für junge Familien noch attraktiver zu machen. Handlungsbedarf sieht Dürsch auch in der Gestaltung der Straßen.

Mehr Grünflächen

"Eine ganz besondere Rolle wird für die Gestaltung der Innenstadt die Bundesstraße 8 spielen", ist der Architekt überzeugt. Von dieser Entwicklung werde entscheidend auch die Gestaltung des Stadtplatzes abhängen. Ergänzungsbedarf sieht der Münchner auch bei öffentlichen Grünflächen. Er könnte sich sogar einen "Stadtweiher" vorstellen. Anhand einer Übersichtskarte hat er auch die Zahl der Parkplätze im Innenstadtbereich aufgelistet und ist auf eine Zahl von rund 200 gekommen.

Allerdings sieht er die "unübersichtlich angelegt". Ob das auch die Hemauer Bürger so sehen, wird sich bald zeigen, wenn ihre Stärken- und Schwächen-Karten veröffentlicht werden. Dann wird vielleicht auch klarer, ob die Zahl der Parkplätze wirklich nicht ausreichend ist oder die Dauerparker dafür verantwortlich sind, dass Kaufwillige immer noch die Innenstadt von Hemau meiden.


Den Kunden sind die Parkplätze im Innenstadtbereich zu wenig. Den Hemauer Gewerbetreibenden sind die Dauerparker ein Dorn im Auge. Das Entwicklungskonzept wird beide Ansichten beachten.Foto: Barta

Handlungsbedarf

Städtebau und Verkehr: Handlungsbedarf, um die Innenstadt Hemaus attraktiver zu machen, sehen die Experten Dr. Hans-Peter Dürsch und Dr. Manfred Heider für die Sanierung bestimmter Gebäude und Gewerberäume. Wichtig wird auch die Sanierung des Stadtplatzes. Außerdem schlagen sie eine Ergänzung öffentlicher Grünflächen vor, was einen Vorteil für die Naherholung bringen würde. Zur Attraktivität würden auch die Erneuerung von Straßen und Gassen sowie die Weiterentwicklung des ruhenden Verkehrs (Parkplatzsituation) beitragen.

Soziales und Infrastruktur: In diesem Bereich sehen die Städteplaner große Vorteile in der Stärkung junger Familien. Deshalb sollte die Innenstadt möglichst familiengerecht entwickelt werden. Dazu zählt für die beiden Städteplaner aber auch ein Ausbau des Angebots für ältere Menschen, die in der Stadt leben. "Könnten all diese Vorschläge im Entwicklungskonzept realisiert werden, würde Hemau zu einer Stadt der kurzen und sicheren Wege."

Neumarkter Tagblatt vom 16.03.10

Hemau: Innenstadt braucht "Magnetbetriebe"

Entwicklungskonzept Experte für Stadtplanung präsentiert die Ergebnisse einer Umfrage zur Situation des Einzelhandels und der Wirtschaft in Hemau.   Von Reiner Barta

Hemau. Viele Hemauer haben aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen, die sie in ihrer Heimatstadt sehen, aufzeigen dürfen. Die Resonanz auf die Auftraktveranstaltung "Entwicklung der Innenstadt" ist durchwegs positiv. Jetzt wird die "Abstimmung" der Hemauer im "DIS - Dürsch Institut für Stadtentwicklung" in München akribisch ausgewertet und bald wird das Ergebnis bekannt sein. Dr. Hans-Peter Dürsch und sein Kollege Dr. Manfred Heider aus Augsburg, die die Stadt als Experten und Berater bei der vom Bund geförderten Aktion "Leben findet InnenStadt" zur Seite stehen, haben die Auftaktveranstaltung organisiert und moderiert, haben schon im Vorfeld durch eine Fragebogenaktion erste Daten erhoben, die für den weiteren Prozesses und vor allem den Erfolg des Projekts die Weichen in die richtige Richtung stellen sollen. Dienstleistungssektor ausgeprägt
So hat sich Dr. Manfred Heider vom Büro für Standort-, Markt und Regionalentwicklung, mit der Situation des Einzelhandels und der Wirtschaft im "Herzen des Tangrintel" auseinandergesetzt. Dabei hat er anhand einer Statistik über die "Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten" herausgefunden, dass das Angebot an Arbeitsplätzen in Hemau unter dem im Landkreis und deutlich unter dem vergleichbar großer Kommunen in Bayern und im gesamten Freistaat liegt. "Diese Zahlen belegen auch, dass der Dienstleistungssektor in der Stadt besonders ausgeprägt ist, während das produzierende Gewerbe unterdurchschnittlich einzuordnen ist", hat Heider herausgefunden. Er musste auch feststellen, dass die Zahl der Arbeitsplätze zwischen 2003 und 2008 auf ungefähr dem gleichen Level geblieben ist. Seit 2005 sei allerdings ein starker Rückgang der
Arbeitslosenzahlen in gesamten Landkreis zu verzeichnen.
 Dr. Heider hat für seine Analyse Hemaus nicht nur statistisches Material ausgewertet, sondern auch Kunden am Stadtplatz und im TEZ befragt sowie den heimischen Einzelhandel, Dienstleister und die Gastronomie. So beurteilen die "Einkaufenden" Auswahl und Angebot zu 26,5 Prozent positiv, sie schätzen kurze Wege und Erreichbarkeit, das gute Ärzte- und Apothekenangebot. 14,7 Prozent der Befragten sind aber auch der Meinung, dass es keine Stärken gibt. Dieser Meinung sind sogar 25 Prozent der Gewerbetreibenden. Auch für sie ist die gute Ärzteversorgung "impulsgebend".
Attraktivität wird bemängelt

Negativ bewerten die Einkäufer die "unattraktiven Einkaufsmöglichkeiten", wogegen die Geschäftsleute die Abwanderung ins TEZ bemängeln. Die Verkäufer beklagen, dass Geschäfte leer stehen und die Attraktivität verloren geht. Ihnen ist aber auch der Parkplatzmangel ein Dorn im Auge. Wenn Kunden und Gewerbetreibende in "Fächern" wie Erreichbarkeit der Stadtmitte, Service, Ladenöffnungszeiten, Stadtbild, Attraktivität der Geschäfte, Aufenthaltsqualität, Fußgängerfreundlichkeit oder Parkplatzangebote Noten verteilen müssten, so lägen diese zwischen "gut" und "ausreichend".

Was den Befragten in der Innenstadt aber am meisten fehlt, sind Bekleidungs- und Textilgeschäfte, Lebensmittel- und Supermärkte, Cafés und Gastronomie, eine Diskothek sowie Unterhaltungselektronik- und Elektrofachgeschäfte. Nur fünf Prozent sagen, dass sie keine zusätzlichen Wünsche haben. Stadtplaner Dr. Heider hat aus diesen und noch einer ganzen Reihe anderer Aussagen ein erstes Fazit gezogen: "Hemau ist das Versorgungszentrum des Tangrintel, besitzt ein eigenes Marktgebiet, das über das Stadtgebiet hinausreicht und für die Kunden der Nachbargemeinden als Einkaufs- und Versorgungsziel in Betracht kommt."

Die Auswertung der Fragebögen belege, dass der innerstädtische Hauptgeschäftsbereich einen geschlossenen Einzelstandort bildet, "Kopplungseffekte" und der Reiz zusammenhängender Ladenfronten sind vorhanden. Als Positivum wertet Heider auch die Kultur und die Veranstaltungen auf dem Tangrintel sowie die engagierten Gruppen und Vereine.

Minuspunkte verteilten die Befragten vor allem dafür, dass ein leistungsfähiger Lebensmittelanbieter im zentralen Innenstadtbereich und "Magnetbetriebe" fehlen. Bemängelt werden die Aufenthaltsqualität, unattraktive Schaufenster- und Außengestaltungen und wie sich einige Läden präsentieren. "Der allgemeine Tenor lautet, dass das Ambiente in den Geschäftsbereichen der Innenstadt verbesserungsfähig ist", fasste Heider die Umfrage zusammen. Ob das die Hemauer, die der Stadt ihre "Karten" zeigten, auch so sehen, wird die Auswertung in Kürze ergeben.


Dr. Manfred Heider hat die Ergebnisse von Umfragen bei Kunden und Gewerbetreibenden zur Situation in der Innenstadt analysiert.





Der Reiz zusammenhängender Ladenfronten am Stadtplatz spricht die Befragten an. Kritik gibt es an der Parksituation. Fotos: Barta