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Neumarkter Tagblatt 07.11.09

Ein Nein zur Ortsumgehung
Aktion Die Bürgerinitiative "Lebendiges Seubersdorf" fühlt sich von der Gemeinde im Stich gelassen und sammelt nun Stimmen für einen Bürgerentscheid.

Von Günter Treiber und Peter Tost

SEUBERSDORF. Die Bürgerinitiative "Lebendiges Seubersdorf" hat knapp 100 Interessenten im Gasthaus Götz versammelt. Die neuesten Informationen sowie das Bestreben, einen Bürgerentscheid anzukurbeln, waren die Themen des Infoabends. Verantwortlich zeichnen Erwin Nutz, Dietmar Müller und Anton Liedl; sie werden vertreten von Johann Schön, Richard Mehringer und Peter Böhm.

Man zeigte sich erfreut, dass erstmals zu einer Infoveranstaltung interessierte Bürger auch aus den Ortsteilen Batzhausen und Daßwang in größerer Zahl dabei waren. Wie Dietmar Müller, einer der Referenten des Abends, feststellen konnte, bleibe nur diese eine Möglichkeit, mit der sich Bürger dazu äußern können, ob sie eine Umgehung um Seubersdorf möchten oder nicht.
Müller betonte: "Mich frustriert es, dass sich bisher die Verantwortlichen unserer Gemeinde nicht für unsere Meinung interessiert haben. Noch kein einziges Mal sind Bürgermeister Hans Bierschneider oder sein Stellvertreter Eduard Meier an uns herangetreten, um nach unserer Meinung zu fragen". Mit sichtlichem Stolz konnte Erwin Nutz feststellen, dass man aktuell 383 eingeschriebene Mitglieder in der Bürgerinitiative habe.

"Das ist doch ein Beweis dafür, dass wir die Umgehung weder brauchen noch wollen", betonte Nutz und weiter: "Jetzt müssen wir den Mut aufbringen, uns über einen Bürgerentscheid zu wehren, denn das ist unsere einzige Chance, dass man uns an höherer Stelle auch zuhört und unsere Argumente berücksichtigt".

Der Antrag auf Durchführung eines Bürgerentscheides "Keine Umgehungsstraße in Seubersdorf" lautet: "Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Seubersdorf alle rechtlichen Möglichkeiten gegen die geplante Ortsumgehung (B8 neu) ausschöpft, sich insbesondere im Planungsfeststellungsverfahren gegen den Bau ausspricht und gegen einen Planfeststellungsbeschluss Klage erhebt?"

Mit seiner Unterschrift bestätigt jeder, dass er zu den 3935 wahlberechtigten Bürgern gehört und, dass er das 18.Lebensjahr vollendet hat. Müller und Nutz erläuterten die Regularien eines Antrages auf ein Bürgerbegehren, das sie nach den Vorschriften durchführen werden. Zehn Prozent der Wahlberechtigten, also etwa 400 Personen, müssen sich in eine der Listen eingetragen haben, damit man den Bürgerentscheid beantragen könne, so Müller und Nutz. Wichtig sei vor allem, dass es Listen sind, die auf der Rückseite den Antrag erläutern.

Die Verantwortlichen werden in den nächsten Tagen und Wochen auch Informationsveranstaltungen in den Ortsteilen abhalten, die nicht oder nur wenig von einer Umgehung betroffen seien, sagt Müller, um vielleicht auch dort Befürworter für das "Nein" zur Umgehung zu finden.

Ein Großteil der Listen wurde bereits verteilt, weitere sind bei Erwin Nutz, Regensburger Straße 2, zu erhalten oder aus dem Internet unter www.lebendiges-seubersdorf.de herunter zuladen. Dabei sei es wichtig, dass man sich zunächst die Vorderseite herunter lädt, das Blatt erneut in den Drucker legt, um sich dann die Rückseite darauf drucken zu lassen.

Josef Gilch, der beim Staatlichen Bauamt in Regensburg im Bereich Straßenbau für den Landkreis Neumarkt zuständig ist, will mögliche Konsequenzen für die Umgehung erst in Betracht ziehen, wenn es tatsächlich zu einem Bürgerentscheid gegen die Planung kommen sollte. "Wir müssten erstmal sehen, was dabei herauskommt", sagte er.

Dass ein Bürgerentscheid gegen die Planung Auswirkungen im Planfeststellungsverfahren haben würde, erklärt Josef Karl, Pressesprecher der Regierung der Oberpfalz. Die Behörde, die für die Durchführung des Verfahrens zuständig ist, werde dabei auch die Gemeinde als Trägerin öffentlicher Belange hören, sagte Karl. Üblicherweise spiele deren Meinung in derartigen Verfahren eine gewichtige Rolle.

Sollte sich bei einem möglichen Bürgerentscheid die Mehrheit gegen eine Umgehung aussprechen, wäre die Gemeinde ein Jahr lang an diese Entscheidung gebunden und müsste sich im Verfahren - sofern dies innerhalb dieses Zeitraums durchgeführt werde - ebenfalls gegen den Bau der Umgehung aussprechen, betont Josef Karl.

Die Bürgerinitiative

Gegründet: Die Initiative wurde im Frühjahr 2008 gegründet.

Anlass: Die Initiative wurde wegen der geplanten Ortsumgehung der B 8 ins Leben gerufen.

Mitglieder: Aktuell zählt die Bürgerinitiative gegen die Ortsumgehung 383Mitglieder.

Initiative: Ziel ist es nun, einen Bürgerentscheid gegen die Umgehung auf den Weg zu bringen.

 

Mit den ersten Unterschriften haben sich die vertretungsberechtigten Personen des Bürgerbegehrens, Erwin Nutz, Dietmar Müller und Johann Schön (v. l.), eingetragen.

 

Neumarkter Nachrichten 26.10.09

Neumarkter Tagblatt 26.10.09

Leiter des Forstbetriebs befürchtet große Probleme

Umgehung Erwin Engeßer informiert über Schutzfunktion des Waldes - und hält sich ansonsten aus der Diskussion um die geplante Trasse heraus. von peter tost

seubersdorf. Wer sich vom Leiter des Forstbetriebs Kelheim bei der Informationsveranstaltung über die Bedeutung des Waldstücks "Bockslohe" für Mensch und Natur im Bereich Seubersdorf klare Worte über Sinn oder Unsinn der geplanten Umgehung erwartet hatte, wartete vergebens.

Den Grund für diese Zurückhaltung erfuhren die rund 50 Seubersdorfer - ein großer Teil davon Mitglieder der umgehungskritischen Bürgerinitiative "Lebendiges Seubersdorf" - von Erwin Engeßer gleich zu Beginn des informativen Waldspaziergangs.

"Wir mischen uns nicht ein", sagte er, ohne die Umgehung beim Namen zu nennen. Denn: Der Forstbetrieb sei eine Anstalt des öffentlichen Rechts und wenn für öffentliche Belange Wald in Anspruch genommen werden müsse, dann sei dies an erster Stelle der Staatswald. Zudem wolle er sich als Kelheimer auch nicht in Seubersdorfer Belange einmischen. "Das müssen Sie mit Ihren politischen Gremien regeln", stellte Engeßer klar.

Er könne allerdings erklären, welche wichtige Funktionen der Wald erfülle. Vor allem was den Schutz des Bodens und des Wassers angehe, bilde der Wald im Gebiet des wasserarmen Jurakarsts den einzigen Schutz, betonte er. Eine weitere wichtige Aufgabe sei die Funktion als Erholungsort.

"Gerade der ortsnahe Wald im dicht besiedelten ländlichen Bereich ist unverzichtbar und wird für die Bevölkerung immer wichtiger", stellte der Leiter des Forstbetriebs fest.

Damit alleine wollten sich die Teilnehmer des Waldspaziergangs aber doch nicht zufriedengeben. Konkret auf die geplante Trasse angesprochen, musste Engeßer einräumen, dass er selbst nicht im Detail informiert sei. Das liege an der Forstreform.

Für die hoheitlichen Aufgaben sei nicht der Forstbetrieb Kelheim, sondern das Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten in Neumarkt zuständig. Dort müsse auch die Abwägung getroffen werden, ob der Nutzen durch die geplante Umgehung das dazu nötige Abholzen von Bäumen und dessen Folgen rechtfertige.

"Als Waldbesitzer befürchte ich größte forstliche Probleme, wenn der Schutzwald am Rand nicht mehr da ist", stellte Engeßer klar. Da es sich um die Südseite von "Bockslohe" handele, würden jüngere Bäume durch die Sonneneinstrahlung geschädigt. Außerdem drohe dem Bestand eine deutlich erhöhte Gefahr durch Stürme.

Zum Planfeststellungsverfahren erklärte der Forstbetriebschef: "Wir gehen davon aus, dass das Verfahren korrekt durchgeführt wird." Ob der Forstbetrieb dabei auch gehört wird, könne er zu diesem Zeitpunkt allerdings auch nicht sagen, gab er zu. "Da bin ich selber schon gespannt", meinte Erwin Engeßer.


Erwin Engeßer informierte über die grundsätzliche Bedeutung des Waldes. Foto: Tost

Neumarkter Tagblatt 21.10.09

Heft zur Umgehung

initiative Die Interessengemeinschaft will eine breite Diskussion anregen.

Seubersdorf. Mit einem zwölfseitigen Heft geht die Interessengemeinschaft "Lebendiges Seubersdorf" an die Öffentlichkeit. Darin greifen die Initiatoren um Sprecher Erwin Nutz Argumente rund um die geplante Umgehungsstraße auf und erläutern sie aus ihrer Sicht. "Unser Hauptanliegen ist, die zum Teil einseitige Informationspolitik von Bürgermeister Bierschneider im gemeindlichen Mitteilungsblatt zu ergänzen", erklärt Nutz. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft wollten das Thema umfassend aufgreifen, um möglichst alle Seubersdorfer dazu zu bewegen, sich aktiv mit dem Straßenprojekt auseinanderzusetzen.
Es geht um die Auswirkungen auf Schnufenhofen oder Batzhausen, Lärmschutz, Sicherheit und natürlich stellt sich die Initiative vor. Auch das geplante Bürgerbegehren wird aufgegriffen. Zum Thema Auswirkungen auf den Wald bietet Forstamtsleiter Erwin Engeßer am Sonntag um 14 Uhr eine Begehung an, Treffpunkt ist das Anwesen Kirsch.

 

Neumarkter Nachrichten 17.10.09
Wird das die Zukunft auf der B8?

Neumarkter Tagblatt 28.08.09

Zwei Nächte lang war alles anders auf der A 3    

verkehr Brummis und Autos hatten ab Parsberg wegen Reparaturarbeiten nichts mehr zu suchen - dafür waren die Arbeiter am Werk.
von vera Gabler

Die meisten Fahrzeuge, die die Autobahn verließen, nutzten die Umleitung über Hörmannsdorf. Fotos: Gabler

Parsberg. Wenn aus welchen Gründen auch immer die freie Fahrt auf der Autobahn gestoppt werden muss, dann bedarf es vieler Helfer, die den Umweg einleiten, aber auch die Geduld der Autofahrer.

Das Neumarkter Tagblatt durfte dabei sein, als die ersten Fahrzeuge "plötzlich" in Parsberg die Autobahn A 3 in Richtung Nürnberg verlassen mussten. "Verkehrsdurchsagen mit Empfehlungen für eine weiträumige Umfahrung über die A 93/A 6 zum Altdorfer Kreuz sind erfolgt", erklärt Polizeihauptkommissar und Dienststellenleiter der Autobahnpolizei, Parsberg Jakob Wittmann, im Vorfeld. Am zweiten Abend der großen Aktion hat Wittmann die Kollegen Manfred Forster und Werner Zollner für die Nachtschicht eingeteilt. Sie sind es, die sich mit Christian Krauß, dem Leiter der Autobahnmeisterei Neumarkt, in Beratzhausen treffen.

"Ab fünf Kilometer vor der Ausfahrt Parsberg wurden Schilder mit Stauwarnung aufgestellt, die Überholspur wurde bereits weggenommen", berichtet Krauß, bevor sich das Polizeiauto und der Golf der Straßenmeisterei auf die Autobahn in Richtung Nürnberg begeben. Dann geht alles ganz schnell, die beiden Fahrzeuge fahren nebeneinander, vor ihnen ein Kleintransporter, der als letztes Fahrzeug an diesem Abend noch die komplette Autobahn passieren darf.

Diesen Kleintransporter mit seinem Kennzeichen gibt Krauß an die Kollegen der Straßenmeisterei weiter, die schon an der Autobahnausfahrt warten. Als der Kleintransporter die Ausfahrt passiert hat, werden die Ballons aufgestellt, Fahrzeuge und Lichtsignale zeigen an, dass ab der Autobahnausfahrt Parsberg die Autobahn gesperrt ist. Und während der Konvoi nun langsam ausgeleitet wird, ist auch der Arbeitstrupp der Firma Max Bögl schon dabei, einige Kilometer weiter die Einlaufschächte neu zu setzen.

Nachdem Krauß sich davon überzeugt hat, dass alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden, kein Auto mehr die weitere Autobahnstrecke passieren kann, fährt er direkt zur Baustelle. Dem NT erklärt er, dass aufgrund der derzeitigen Erneuerung der Talbrücke Schallermühle die Fahrbahnseite Velburg-Parsberg einen vierspurigen Verkehr zu bewältigen hat. Durch die hohe Belastung am Fahrbandrand seien die Einlaufschächte, über die der Verkehr rollt, zu Schaden gekommen. "Es sind 44 Schächte, die dringend wieder aufgehoben werden müssen". Die Schäden seien bei einem der täglichen Routinefahrten durch die Autobahnmeisterei festgestellt worden.

Und um Schäden an Fahrzeugen oder auch Unfälle zu vermeiden, mussten diese Arbeiten kurzfristig durchgeführt werden. Da könne auch auf den Reiseverkehr keine Rücksicht genommen werden.

Die Autobahn von Parsberg in Richtung Velburg ist leer, es wird langsam dunkel. Auf der Rückfahrt - als "Geisterfahrer" - kommt die Meldung per Handy, dass zwei Schwertransporte nicht umgeleitet werden können. "Wir lassen sie auf dem Parkplatz pausieren, morgen Früh um 5 Uhr dürfen sie als erstes den Baustellenbereich passieren", so Kraus zufrieden über den Ablauf der Arbeiten.

Das ist passiert

Hinweisschild stillgelegt Auch wenn die Zufahrt zur Autobahn mittels Barriere versperrt wurde, die Straßenwärter von der Autobahnmeisterei Neumarkt dachten auch daran, das Hinweisschild für einige Stunden "still zu legen".

Einlaufschächte ohne Pause Der Trupp der Firma Max Bögl konnte ohne Gefahren vorbeifahrender Autos oder Lastwägen in zwei Nächten 44 Einlaufschächte wieder neu setzen - von 20 Uhr bis 4 Uhr morgens - ohne größere Pause.

Polizei überzeugt die Urlauber Vor allem die Urlauber, die eigentlich nicht die Parsberger Ausfahrt geplant hatten, waren sich nicht sicher. Die Beamten der Autobahnpolizei überzeugten aber mit freundlichen Worten und zahlreichen Gesten.

Power-Moon sorgt für das Licht Das Technische Hilfswerk konnte mittels Aggregat für zusätzliche Lichtquellen an zwei Kreuzungsbereichen Erleichterung verschaffen. Power-Moon, das gleichmäßiges Licht schafft, blendete auch nicht.

Lastwagen rauben den Schlaf  Wenn vor allem nachts die vielen Lastwagenkolonnen durch einen kleinen Ort und knapp an den Wohnhäusern vorbei donnern, dann war bei den Hörmannsdorfern an Schlaf ziemlich wenig zu denken.

Neumarkter Tagblatt 28.05.09

Fahrzeuge in Seubersdorf gezählt

Seubersdorf. "Dürfen wir Sie kurz etwas fragen?" - so wurden gestern Verkehrsteilnehmer vor und nach Seubersdorf begrüßt, nachdem sie angehalten worden waren.

Das Straßenbauamt Regensburg ließ im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens für die umstrittene Umgehung aktuelle Zahlen des Durchgangsverkehrs ermitteln.

"Wo sind Sie losgefahren und wo fahren Sie hin?", wollten die Verkehrszähler wissen, die sich am Kreisverkehr vor Seubersdorf und an der Batzhausener Ortseinfahrt platziert hatten.

Die Zählungen fanden zwischen 6.30 und 10.30 Uhr sowie von 15 bis 19 Uhr statt. Sie sollen darüber Aufschluss geben, wie viele Fahrzeuge lediglich durch Seubersdorf durchfahren und somit potenzielle Nutzer der Umgehung wären. (tp)