Neumarkter Tagblatt vom 05.08.10

140 neue Parkplätze an der Autobahn bei Brunn (warum nur dies LKW die Parkplätze)

Strassen An zwei Stellen zwischen dem Altdorfer und dem Nürnberger Kreuz wird gebaut: Das bedeutet für knapp ein Jahr Verkehrsbehinderungen. Von Birgit Ropohl

Nürnberg. Spätestens nach viereinhalb Stunden muss ein Lastwagenfahrer eine Pause von mindestens 45 Minuten einlegen - doch wo? Entlang der A3 zwischen den Kreuzen Nürnberg und Regensburg ist die Situation so wie bei den meisten Autobahnen in Deutschland: Die Parkplätze reichen bei weitem nicht aus. Die Lage ist oft kritisch.

Ein wenig Abhilfe schaffen soll der großzügige Ausbau der bestehenden Parkplätze zwischen dem Altdorfer Kreuz und dem Nürnberger Kreuz - beidseitig der A3 in Höhe der Ortschaft Brunn.

Nach Angaben von Markus Bindnagel, Sachgebietsleiter bei der Autobahndirektion Nordbayern, entstehen dort 74 Stellplätze für Lastwagen, 68 für Personenwagen und acht für Busse - dazu kommen moderne WC-Gebäude und Lärmschutzwände.

Die Vorarbeiten für dieses Sechs-Millionen-Euro-Projekt haben die Autofahrer bereits in den vergangenen Wochen zu spüren bekommen. Um eine sichere Umleitung an den Parkplatz-Baustellen vorbei ermöglichen zu können, sind inzwischen Schäden auf der Fahrbahn und den Seitenstreifen ausgebessert worden. Der Verkehr konnte dabei nur einspurig an den Arbeiten vorbei geleitet werden - die Folge waren teilweise erheblich Staus.

Beim neuen Projekt, das in diesen Tagen beginnt, dürfte es nach Schätzungen von Bindnagel nicht mehr zu derartig großen Behinderungen kommen. Denn der Verkehr passiert die Baustellen zwar eingeengt, aber dennoch in beiden Richtungen jeweils zweispurig.

Unter anderem sind folgende Arbeiten erforderlich: Für die Ein- und Ausfädelungsstreifen muss eine Brücke verbreitert und saniert werden. Unterhalb dieser Brücke, auf der Gemeindeverbindungsstraße, wird die Fahrbahn verengt und die Durchfahrtshöhe auf 3,80 Meter begrenzt. Während des Aufbaus der erforderlichen Gerüste sind zudem kurzzeitige Sperrungen notwendig. Nach dem jetzigen Zeitplan dauert der Bau der Parkplätze bis Ende Juni nächsten Jahres.

Auf der Wunschliste der Autobahndirektion steht auch eine Vergrößerung des Parkplatz-Angebots bei der Tank- und Raststätte Jura West in Richtung Regensburg. Nach den Schätzungen von Markus Bindnagel dürfte das Projekt, abhängig von den finanziellen Mitteln, aber frühestens in fünf Jahren realisiert werden.

Derzeit rollen laut Bindnagel zwischen Nürnberg und Regensburg täglich rund 35000 Fahrzeuge über die Autobahn.  

Neumarkter Tagblatt vom 20.11.09

Grüne kritisieren Planungen

Stellungnahme Gegen den "Umgehungs-Wahn" spricht sich Kreisvorsitzende Gabriele Bayer aus.

Postbauer-Heng/Landkreis. Zum Thema Umgehungsstraßen in Postbauer-Heng nimmt die Kreisvorsitzende der Grünen, Gabriele Bayer, Stellung. Sie sagt: "Etwas Dümmeres, als Umgehungsstraßen zu planen in Zeiten der Geldknappheit, gibt es wohl kaum". Den Euro könne man auch in Postbauer-Heng nur einmal ausgeben - und die Euros würden in den kommenden Jahren für die Marktgemeinde Postbauer-Heng wohl nicht mehr so üppig fließen, prognostiziert sie.

Neues Gewerbe siedle sich kaum an, die Prognosen für die Arbeitsmarktsituation sei düster. Bayer: "Es ist also nicht zu erwarten, dass die Einnahmenseite steigen wird. Aber was macht Bürgermeister Kratzer und die CSU in Postbauer-Heng? Man gibt Geld für eine Machbarkeitsstudie aus, um prüfen zu lassen, ob eine Umgehungsstraße möglich ist."

Bayer sagt: "Im Landkreis ist der Umgehungs-Wahn ausgebrochen". Statt das Geld für sinnvolle und "rentierliche" Projekte auszugeben, arbeite man an der Planung für ein gigantisches Euro-Grab. Eine Umgehung für Postbauer-Heng sei nach Meinung der Grünen sinnlos, da in Schwarzenbruck keine Möglichkeit der Umgehung gegeben sei. Die Umgehung wäre also nur eine Verlängerung von Pölling nach Postbauer-Heng, da Burgthann kein Interesse an einer Umgehung habe. Vielleicht seien da die kommunalen Verantwortungsträger verantwortungsbewusster, so Bayer.

Außerdem werde mit einer Umgehung der Verkehr nicht weniger, sondern mehr. Bayer: "Es werden noch mehr Mautflüchtlinge von der Autobahn gelockt, die Lärm- und Schadstoffbelastung um die Gemeinden herum nimmt drastisch zu." Wieder würde wertvolle Naturfläche versiegelt, obwohl die bayerische Staatsregierung schon lange dem Versiegelungswahn ein Ende machen wolle.

Nicht zu reden vom Aussterben der Gemeindezentren: Es sei nachgewiesen, dass bei Gemeinden mit Umgehungsstraßen in den Zentren die Geschäfte weniger Umsätze hätten. Das Einkaufen verlagere sich auf die "Grüne Wiese". Solche Projekte seien angesichts des Schuldenberges, der bereits jetzt auf den nachfolgenden Generationen laste, finanziell, ethisch und menschlich nicht zu verantworten. Bayer: "Kratzer soll sich mit Politik für die Menschen profilieren, nicht mit Politik für Straßenbauunternehmen. Statt Umgehungen, sollte der Landkreis vielleicht besser eine Anstalt für Umgehungswahnsinnige bauen."

Neumarkter Tagblatt 19.02.09

Grüne wollen Konzept

Verkehr Kreistagsfraktion prangert die Tendenz zum Bau von immer mehr Umgehungsstraßen an.

LANDKREIS. Die Grünen fordern ein Verkehrskonzept für den Landkreis Neumarkt. Es soll alle Mobilitätsformen beinhalten. Straßen und Schienen müssen gleichermaßen berücksichtigt werden. Kreissprecherin Gabriele Bayer spricht von Schildbürgerstreichen, wenn sie an die Aktivitäten bei den "neuerdings so gepriesenen" Umgehungen denkt.

Kreisrat Dr. Roland Schlusche klagte, dass überall Umgehungen geplant werden, aber sich niemand Gedanken über ein ganzheitliches Verkehrskonzept für den Landkreis Neumarkt macht.

Gabriele Bayer fordert einen "Verkehrsgipfel" für den Landkreis Neumarkt. Es müsse geklärt werden, wie der Verkehr in diesem Kreis langfristig reduziert werden könne anstatt immer neue Straßen zu bauen. Mit Umgehungsstraßen werde das Problem des hohen Verkehrsaufkommens nur verlagert, nicht gelöst. Gabriele Bayer forderte außerdem, dass die Planungen in ein Raumordnungsverfahren münden müssen.

"Bauchschmerzen bereiteten" den Grünen die Unterhaltungskosten für die vielen Straßen im Landkreis. Angesichts des Schuldenberges, der sich in Deutschland auftue, sollte versucht werden, so wenig neue Straßen wie möglich zu bauen. Neue Straßen sind laut Bayer klassische "Euro-Gräber". Es würden hohe Summen an Steuergelder verbraten, damit "unverbesserliche" Autofahrer und Firmen, die die Autobahnmaut umgehen wollen und ihre Lager auf die Straße verlagern,

Das Geld des Investitionspaketes könnte laut Kreisrat Erwin Ehemann sinnvoller eingesetzt werden. Zum Beispiel bei der Altbausanierung. Hier könnte man Passivhaus-Standard mit den Geldern anstreben.

Was ist mit Seubersdorf?

Neumarkter Nachrichten 17.12.08

Wochenanzeiger 18.12.08

Wochenanzeiger 18.12.08